Posts mit dem Label Vagusnerv werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vagusnerv werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 10. Oktober 2026

Der Star aller Hirnnerven: der Vagusnerv

 


                                                                                              Canva


Du bist erschöpft, aber kannst nicht abschalten. Dein Bauch macht Probleme, der Kopf drückt oder die nächste Migräne kündigt sich an. Vielleicht hast du auch das Gefühl, dass dein Körper dauerhaft unter Spannung steht und einfach nicht mehr richtig zur Ruhe kommt.

Was hat das alles miteinander zu tun?

Eine mögliche Spur führt zu einem Nerv, über den in den vergangenen Jahren immer häufiger gesprochen wird: dem Vagusnerv.

Er gilt als einer der spannendsten Hirnnerven – und das aus gutem Grund. Seine Aufgaben reichen weit über das hinaus, was viele mit ihm verbinden: Entspannung und Stressabbau.


Der Vagusnerv – eine wichtige Verbindung zwischen Gehirn und Körper

Der Vagusnerv ist der zehnte Hirnnerv. Er zieht vom Gehirn durch Hals und Brustraum bis in große Teile des Bauchraums. Dabei steht er mit verschiedenen Organen in Verbindung, darunter Herz, Lunge und Verdauungstrakt.

Er ist ein wichtiger Bestandteil des parasympathischen Nervensystems und beteiligt sich unter anderem an der Regulation der Herzfrequenz und an Verdauungsprozessen.

Besonders interessant: Ein großer Teil seiner Nervenfasern leitet Informationen aus dem Körper in Richtung Gehirn. Der Vagusnerv übermittelt also nicht nur Signale vom Gehirn zu den Organen. Er liefert dem Gehirn auch Informationen darüber, was im Körper geschieht.

Und genau das macht ihn so spannend.

Mehr als Stress: Wo der Vagusnerv eine Rolle spielt

Stress und Erholung

Wenn wir unter Druck stehen, verändert sich unser Körper: Herzfrequenz, Atmung und Muskelspannung können sich anpassen. Der Vagusnerv ist an der Regulation bestimmter körperlicher Reaktionen beteiligt und spielt eine wichtige Rolle bei der parasympathischen Kontrolle des Herzens.

Ruhige Atemübungen können beispielsweise die Herzfrequenzvariabilität beeinflussen. Sie sind deshalb für manche Menschen eine hilfreiche Möglichkeit, mit Anspannung umzugehen.

Der Vagusnerv ist allerdings kein Ausschalter, mit dem sich Stress einfach beseitigen lässt. Seine Funktion ist Teil eines komplexen Regulationssystems.

Verdauung und Darm

Blähungen, Völlegefühl oder ein empfindlicher Darm können den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Der Vagusnerv ist an der Steuerung verschiedener Verdauungsfunktionen beteiligt. Er übermittelt Informationen aus dem Verdauungstrakt und beeinflusst unter anderem die Bewegungs- und Sekretionsprozesse im oberen Verdauungssystem.

Auch die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn ist wissenschaftlich interessant. Dabei wirken allerdings viele Faktoren zusammen, darunter weitere Nervenbahnen, Hormone, Immunprozesse und die Darmmikrobiota.

Verdauungsbeschwerden lassen sich deshalb nicht pauschal auf einen „zu wenig aktiven“ Vagusnerv zurückführen. Trotzdem ist seine Rolle ein spannender Bestandteil der Forschung zur Darm-Hirn-Kommunikation.

Entzündungsprozesse

Besonders faszinierend ist die Forschung zum sogenannten cholinergen antiinflammatorischen Signalweg.

Vereinfacht gesagt: Über neuronale Signalwege, an denen der Vagusnerv beteiligt ist, kann der Körper bestimmte Immunreaktionen beeinflussen. Dieser Zusammenhang wird intensiv erforscht.

Die Forschung zur elektrischen Vagusnerv-Stimulation untersucht unter anderem, ob sich solche Mechanismen therapeutisch nutzen lassen.

Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen biologischen Zusammenhängen und nachgewiesener Wirksamkeit bei einer konkreten Erkrankung. Aus diesen Erkenntnissen folgt nicht, dass sich chronische Entzündungen durch Summen, Atemübungen oder einfache Selbststimulation behandeln lassen.

Migräne und Kopfschmerzen

Auch bei Migräne ist der Vagusnerv von Interesse.

Die nicht-invasive Vagusnerv-Stimulation wird in klinischen Studien als mögliche Behandlung bei bestimmten Kopfschmerzerkrankungen untersucht. Für ausgewählte Anwendungen gibt es bereits medizinische Geräte und entsprechende Behandlungsempfehlungen.

Das ist etwas anderes als eine allgemeine Entspannungsübung: Medizinische Stimulationsgeräte arbeiten mit definierten elektrischen Reizen und sollten entsprechend der jeweiligen medizinischen Empfehlung eingesetzt werden.

Warum ist das Thema trotzdem spannend? Weil es zeigt, dass der Vagusnerv nicht nur bei Entspannung, sondern auch bei der Erforschung neurologischer Erkrankungen eine Rolle spielt.

Bei wiederkehrenden oder starken Kopfschmerzen ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Selbststimulationsmethoden ersetzen keine Migränebehandlung.

Gewicht und Stoffwechsel

Der Vagusnerv übermittelt auch Informationen über den Zustand des Verdauungssystems und ist an Signalen beteiligt, die mit Sättigung und Nahrungsaufnahme zusammenhängen.

Deshalb wird erforscht, wie vagale Signalwege und ihre Beeinflussung bei bestimmten Stoffwechsel- und Gewichtsproblemen eine Rolle spielen könnten.

Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass eine einfache Vagusnerv-Übung beim Abnehmen hilft. Körpergewicht wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst, beispielsweise durch Hormone, Medikamente, Schlaf, Ernährung, Bewegung und individuelle Stoffwechselbedingungen.

Der Vagusnerv ist hier ein interessanter Forschungsansatz – aber keine Abkürzung zur Gewichtsabnahme.


Kann man den Vagusnerv selbst stimulieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, körperliche Prozesse zu beeinflussen, an denen der Vagusnerv beteiligt ist. Dazu gehören beispielsweise ruhige Atmung und bestimmte Entspannungspraktiken.

Solche Methoden können das Wohlbefinden unterstützen. Sie sind aber nicht mit einer gezielten elektrischen Vagusnerv-Stimulation gleichzusetzen, und ihre Wirkung auf den Vagusnerv lässt sich nicht immer direkt nachweisen.

Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, statt jedem Versprechen aus dem Internet zu glauben.

Nicht jede Methode wirkt bei jedem Menschen gleich. Und nicht jede vermeintliche „Vagusnerv-Technik“ hat die Wirkung, die ihr zugeschrieben wird.


Der Vagusnerv begeistert – auch in meinen Workshops

Wie groß das Interesse an diesem Thema ist, erlebe ich in meinen eigenen Kursen ganz unmittelbar.

Der Workshop zur Vagusnerv-Stimulation ist mein beliebtester und am stärksten nachgefragter Kurs.

Deshalb wird er im nächsten Kurshalbjahr an gleich mehreren Kursstandorten erneut angeboten.

In den Workshops beschäftigen wir uns mit dem Vagusnerv, seinen Aufgaben und verschiedenen Möglichkeiten der Stimulation. Hintergrundwissen wird verständlich erklärt und durch praktische Übungen ergänzt, die gemeinsam ausprobiert werden.

Dabei geht es nicht um ein Wundermittel gegen sämtliche Beschwerden. Es geht darum, einen faszinierenden Nerv besser kennenzulernen und zu verstehen, welche Rolle er für unsere körperlichen Funktionen spielt.

Denn je mehr wir über den Vagusnerv erfahren, desto deutlicher wird: Seine Bedeutung reicht weit über das Thema Entspannung hinaus.

Der Vagusnerv ist nicht ohne Grund in aller Munde. Entscheidend ist, die wissenschaftlich belegten Zusammenhänge von den noch offenen Forschungsfragen zu unterscheiden – und neugierig zu bleiben.


Du möchtest wissen wann und wo die nächsten Kurse stattfinden?

Dann folge mir auf meinem kostenlosen WhatsApp-Kanal neuro.entspannt. 

Dort erfährst du als Erste(r) die neuen Kurstermine! 

Gerne weitersagen...

Zum Whats-App-Kanal hier klicken!




Donnerstag, 13. August 2026

Vagusnerv stimulieren: Hilft das wirklich gegen Schmerzen?

 



Der Vagusnerv ist in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus gerückt – und das nicht ohne Grund. Er verbindet das Gehirn mit zahlreichen Organen und spielt eine wichtige Rolle in der Regulation von Stress, Verdauung, Herzschlag und Entzündungsprozessen.

Gerade bei Menschen mit chronischen Schmerzen stellt sich häufig die Frage: Kann die gezielte Stimulation des Vagusnervs dabei helfen, Beschwerden zu lindern?


Die Antwort ist: Der Vagusnerv ist kein „Schmerz-Ausschalter“. Schmerzen entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel aus Gewebe, Nervensystem, Stressverarbeitung, Schlaf, Emotionen und vielen weiteren Faktoren. Aber: Ein gut reguliertes Nervensystem kann entscheidend dazu beitragen, wie der Körper Schmerzsignale verarbeitet.


Warum der Vagusnerv bei Schmerzen eine Rolle spielen kann

Bei anhaltenden Beschwerden befindet sich das Nervensystem häufig in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Der Körper bleibt gewissermaßen auf „Schutzmodus“. Das kann dazu führen, dass Schmerzsignale stärker wahrgenommen werden und Erholung schwieriger wird.

Hier setzt die Vagusnerv-Stimulation an: Sie kann dem Körper Signale von Sicherheit und Regulation geben. Atemübungen, bestimmte Bewegungsimpulse oder gezielte Wahrnehmungsübungen können dabei helfen, das autonome Nervensystem anzusprechen.

Viele Menschen berichten anschließend von einem Gefühl größerer Ruhe, besserer Körperwahrnehmung oder einer verbesserten Entspannungsfähigkeit.


Nicht Entspannung um jeden Preis – sondern Regulation

Ein wichtiger Punkt: Das Ziel ist nicht, dauerhaft entspannt zu sein. Unser Nervensystem braucht Flexibilität. Wir müssen aktiv sein können, konzentriert arbeiten, Herausforderungen bewältigen und anschließend wieder in einen Zustand der Erholung zurückfinden.

Genau diese Fähigkeit zur Regulation ist bei chronischen Beschwerden häufig besonders wertvoll.


Überraschende Erfahrungen aus meinen Workshops

Mein Workshop „Anleitung zur Vagusnerv-Stimulation – aktiviere deinen Selbstheilungsnerv!“ erfreut sich einer hohen Nachfrage.

In der Vergangenheit durfte ich bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer wieder überraschende Ergebnisse beobachten: Manche spürten bereits während der Übungen Veränderungen in ihrer Körperwahrnehmung, eine bessere Regulation oder eine deutliche Entlastung.

Dabei geht es nicht um ein Versprechen, dass jede Beschwerde verschwindet. Jeder Mensch bringt ein eigenes Nervensystem, eine eigene Geschichte und unterschiedliche körperliche Voraussetzungen mit. Aber die Möglichkeit, den eigenen Körper besser zu verstehen und aktiv Einfluss auf die Regulation zu nehmen, erleben viele als sehr wertvoll.

Die nächsten Vagusnerv-Kurse findest du im Kursheft.


Vagusnerv-Stimulation auch in der individuellen Schmerzbegleitung

Neben meinen Workshops biete ich auch eine individuelle 1:1-Online-Schmerzbegleitung an.

Dabei betrachten wir die jeweilige Beschwerde ganzheitlich und beziehen auch den Vagusnerv sowie die Regulation des Nervensystems mit ein. Die Begleitung richtet sich an Menschen mit konkreten Beschwerden wie beispielsweise Gelenkschmerzen, Rückenproblemen, Nackenbeschwerden oder anderen chronischen Schmerzthemen.

Bis Ende November 2026 ist die individuelle Online-Schmerzbegleitung noch zum Einführungspreis buchbar.

Den Anmeldelink findest du im Kursheft.


Fazit: Kann der Vagusnerv Schmerzen beeinflussen?

Die Vagusnerv-Stimulation ist kein Wundermittel und ersetzt keine medizinische Behandlung. Sie kann aber ein wertvoller Baustein sein, um das Nervensystem besser zu regulieren und den eigenen Körper aktiver zu unterstützen.

Wer versteht, wie das eigene Nervensystem arbeitet, gewinnt eine wichtige Grundlage für einen neuen Umgang mit Schmerzen.

Vielleicht liegt ein Teil der Lösung nicht nur darin, den Schmerz zu bekämpfen – sondern darin, dem Körper wieder mehr Sicherheit und Regulation zu ermöglichen.

Zum Kursheft hier klicken!

Samstag, 18. April 2026

Endlich Urlaub – und plötzlich krank: Warum dein Körper genau dann schlappmacht

 


                                                                                                              Bild erstellt mit KI


Der Koffer ist gepackt, die Vorfreude riesig. Endlich Urlaub.
Du kommst an, lässt den Alltag hinter dir – und plötzlich: Halsschmerzen. Kopfschmerzen. Erschöpfung. Vielleicht sogar Fieber.


Monatelang funktionieren wir. Termine, Verantwortung, vielleicht auch emotionale Belastungen. Und dann, genau in dem Moment, in dem alles abfällt, meldet sich der Körper. Nicht leise. Sondern ziemlich deutlich.

Was steckt dahinter?


Wenn Dauerstress plötzlich endet

Unser Nervensystem ist nicht dafür gemacht, dauerhaft „auf Spannung“ zu laufen – auch wenn wir das oft erstaunlich lange schaffen.

Unter chronischem Stress dominiert der sogenannte Sympathikus: der Teil unseres Nervensystems, der uns leistungsfähig, wach und reaktionsbereit macht.

Dabei spielt das Stresshormon Cortisol eine entscheidende Rolle. Ist Cortisol erhöht, hat das wichtige Folgen:

  • das Immunsystem wird gedämpft
  • Entzündungsprozesse werden unterdrückt
  • Regeneration wird blockiert
  • Warnsignale des Körpers werden weniger wahrgenommen

Cortisol wirkt eigentlich entzündungshemmend. Wenn es jedoch über lange Zeit zu hoch ist, kann der Körper weniger gut darauf reagieren – man spricht dann von einer Art „Cortisol-Resistenz“. Entzündungen werden dadurch nicht mehr zuverlässig reguliert und zeigen sich oft genau dann, wenn endlich Ruhe einkehrt.

Die Cortisol-Erhöhung ist kurzfristig sinnvoll – dein Körper priorisiert „Funktionieren“.
Langfristig jedoch wird alles, was eigentlich Raum bräuchte, immer weiter nach hinten verschoben.

Und genau dieses „später“ ist oft… der Urlaub.


Wenn das Cortisol sinkt – und der Körper reagiert

Sobald du zur Ruhe kommst, passiert etwas Entscheidendes:

Der Cortisolspiegel beginnt zu sinken.
Der Parasympathikus übernimmt – also der Teil deines Nervensystems, der für Erholung, Heilung und Regulation zuständig ist.

Und jetzt wird sichtbar, was vorher unterdrückt wurde:

  • Das Immunsystem wird wieder aktiv
  • Entzündungen können „hochkommen“
  • Erschöpfung wird spürbar
  • Symptome zeigen sich plötzlich deutlich

Das kann sich anfühlen wie ein Zusammenbruch – ist aber eigentlich ein Nachholen von Regulation.


Warum du gerade im Urlaub krank wirst

Dieses Phänomen wird manchmal auch als „Leisure Sickness“ bezeichnet – also „Freizeitkrankheit“.

Typische Gründe sind:

  • Abrupter Wechsel von Anspannung zu Entspannung
  • Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel im Alltag
  • Das plötzliche Absinken von Cortisol im Urlaub
  • Ein Immunsystem, das erst jetzt wieder aktiv wird
  • Unterdrückte Erschöpfung, die endlich Raum bekommt

Dein Körper ist also nicht „gegen dich“.
Er nutzt nur die erste echte Gelegenheit, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.


Der wichtigste Hebel: Entspannung nicht auf später verschieben

Die gute Nachricht: Du kannst etwas tun.

Der größte Fehler ist, Entspannung ausschließlich auf den Urlaub zu verschieben.
Denn dann kommt es genau zu diesem starken Wechsel – inklusive Cortisol-Abfall und körperlicher Reaktion.

Dein Nervensystem braucht regelmäßige Regulation, damit es gar nicht erst zu diesem extremen Umschalten kommt.


Vagusnerv: Dein Schlüssel zur Regulation

Ein besonders wirksamer Ansatz ist die gezielte Aktivierung des
Vagusnervs.

Er hilft deinem Körper dabei,

  • den Cortisolspiegel sanfter zu regulieren
  • schneller aus Stresszuständen herauszufinden
  • dein Immunsystem stabil zu halten
  • insgesamt belastbarer zu werden

Das Beste: Viele Übungen sind einfach und sofort umsetzbar.


Was du konkret tun kannst

Damit dein Körper im Urlaub nicht „zusammenklappt“, sondern wirklich genießen kann, hilft:

1. Cortisol im Alltag regelmäßig runterfahren
Nicht erst im Urlaub, sondern täglich kleine Entlastungsmomente schaffen.

2. Regelmäßigkeit statt Intensität
Lieber täglich 5–10 Minuten als seltene „Auszeiten“.

3. Sanfte Übergänge schaffen
Plane bewusst einen Puffer vor dem Urlaub ein – kein Vollgas bis zur letzten Minute.

4. Nervensystem mitnehmen
Entspannung sollte dich begleiten – nicht erst am Urlaubsort beginnen.


Und wenn es dich doch erwischt?

Dann gilt: Widerstand verstärkt oft nur die Symptome.

Wenn dein Cortisol gerade sinkt und dein Körper in Regulation geht, kannst du ihn unterstützen statt dagegen zu arbeiten:

  • Druck rausnehmen („Ich muss jetzt funktionieren“)
  • gezielt in Entspannung gehen
  • deinem Körper erlauben, nachzuholen

Oft verkürzt das die Dauer deutlich.


Du möchtest lernen, wie das konkret geht?

In meinen Kursen zeige ich dir einfache, alltagstaugliche Methoden aus der Neurozentrierung, Atemarbeit und Vagusnervstimulation, die du direkt umsetzen kannst – ohne Vorkenntnisse und ohne großen Zeitaufwand.

👉 Hier geht’s zu meinem Kursprogramm
👉 Folge meinem WhatsApp-Kanal für kurze Übungen und Impulse für zwischendurch


Weiterlesen rund um das Thema Urlaub & Nervensystem

Wenn dich das Thema anspricht, könnten diese Artikel für dich spannend sein:





Sonntag, 5. April 2026

Düfte für den Vagusnerv – kleine Geruchspausen für mehr Ruhe im Nervensystem

 

Bild erstellt mit KI



Manchmal braucht unser Nervensystem nur einen kleinen Impuls, um aus dem Stressmodus herauszufinden.

Ein Duft kann genau so ein Impuls sein.


Vielleicht kennst du das: Du öffnest eine frisch gemahlene Packung Kaffee – und sofort verändert sich etwas. Der Duft ist warm, vertraut, vielleicht sogar ein bisschen tröstlich. Für viele Menschen wirkt allein dieser Geruch beruhigend.

Unser Gehirn reagiert besonders schnell auf Düfte. Der Geruchssinn ist direkt mit den Bereichen verbunden, die Emotionen und Erinnerungen verarbeiten. Deshalb können bestimmte Gerüche unser Nervensystem rasch in Richtung Entspannung lenken.

Gerade der Vagusnerv, der wichtige Ruhe- und Regenerationsprozesse im Körper unterstützt, reagiert sensibel auf solche Signale von Sicherheit und Wohlbefinden.


Eine kleine Duft-Idee für unterwegs

Ein einfacher Trick kann sein, eine kleine Dose mit einem Lieblingsduft dabeizuhaben.

Viele Menschen mögen zum Beispiel frisch gemahlenen Kaffee. Du könntest etwas Kaffeepulver in eine kleine Dose geben und sie unterwegs immer wieder öffnen. Ein paar ruhige Atemzüge über dem Duft reichen oft schon.

Auch andere Düfte können angenehm wirken, zum Beispiel:

  • Vanille – warm und geborgen
  • Orange – frisch und aufhellend
  • Lavendel – beruhigend und ausgleichend
  • Zitrone – klar und belebend
  • Rosmarin – wach und fokussierend

Entscheidend ist nicht der „richtige“ Duft, sondern der Duft, den du persönlich als angenehm empfindest.


Den Duft mit Sicherheit verknüpfen

Du kannst den Duft auch bewusst ankern.

Das funktioniert so:
Jedes Mal, wenn du an deinem Duft riechst, verbindest du ihn mit einem kurzen Satz, zum Beispiel:

„Ich bin in Sicherheit.“

Mit der Zeit kann dein Nervensystem lernen, diesen Duft automatisch mit diesem Gefühl zu verbinden.


Eine kleine Duftmeditation

Eine einfache Duftmeditation kann helfen, diesen Effekt zu vertiefen:

  1. Öffne deine Duftdose.
  2. Atme ruhig durch die Nase ein.
  3. Nimm den Geruch bewusst wahr.
  4. Spüre einen Moment nach, wie dein Körper reagiert.
  5. Wiederhole innerlich: Ich bin in Sicherheit.


Eine Anleitung zur Duftmeditation mit einem ätherischen Öl findest du in meinem WhatsApp-Kanal.


Über den Einsatz ätherischer Öle bei Schmerzen habe ich ebefalls einen Blogartikel geschrieben.


Kleine Signale mit großer Wirkung

Unser Nervensystem reagiert auf viele kleine Signale. Düfte können eines davon sein. Sie erinnern den Körper daran, dass nicht immer Alarmzustand herrschen muss.

Manchmal genügt schon ein kurzer Atemzug über einer kleinen Dose Kaffee.

Ein Moment, der sagt:
Alles ist gut.


Sonntag, 1. März 2026

Wenn Schmerz chronisch wird: 4 Stellschrauben, die du kennen solltest

Was hilft bei chronischen Schmerzen? 

4 wirksame Hebel für weniger Schmerz – mit Fokus auf Schlaf, Atmung und Nervensystem.



                                                               Bild erstellt mit KI


Es beginnt oft leise.

Ein Ziehen im Rücken.
Ein Nacken, der „immer schon so war“.
Kopfschmerzen, die sich einschleichen wie ein ungebetener Gast.

Und irgendwann merkst du:
Es geht nicht mehr weg.

Chronischer Schmerz fühlt sich nicht nur körperlich an. Er frisst Energie. Macht müde. Dünnhäutig. Manchmal hoffnungslos.

Was viele nicht wissen:
Schmerz ist kein reines Körperproblem. Er ist ein Nervensystem-Thema.

Und genau da setzen wir an.

Nicht mit „Augen zu und durch“.
Nicht mit noch mehr Disziplin.
Sondern mit Strategien, die dein Nervensystem wieder in Sicherheit bringen.

Hier sind vier davon.


1. Schlaf – die unterschätzte Schmerztherapie

Kennst du diese Nächte, in denen du dich von einer Seite auf die andere drehst – und morgens fühlt sich alles noch empfindlicher an?

Das ist kein Zufall.

Schlaf ist die Reparaturwerkstatt deines Nervensystems.
Wenn er fehlt, steigt die Schmerzempfindlichkeit messbar an.

Während du schläfst:

  • reguliert sich dein Stresssystem

  • verarbeitet dein Gehirn Reize

  • sinkt die Alarmbereitschaft

Chronischer Schmerz braucht oft keinen härteren Trainingsplan.
Er braucht zuerst besseren Schlaf.

Kleine Schritte können Großes bewirken:

  • regelmäßige Schlafzeiten

  • abendliche Bildschirmreduktion

  • ruhige Atemübungen vor dem Einschlafen

Dein Körper heilt nicht im Kampfmodus.
Er heilt in Sicherheit.


2. Atmung – dein eingebauter Schmerzregler

Du atmest gerade.
Aber wie?

Flach? Schnell?
Oder ruhig und weich?

Unsere Atmung ist direkt mit dem Schmerzzentrum im Gehirn verbunden.
Schnelle, hohe Atmung signalisiert Gefahr.
Ruhige Bauchatmung signalisiert: Alles ist in Ordnung.

Eine einfache Übung:

  • 4 Sekunden ein

  • 6 Sekunden aus

  • 3–5 Minuten lang

Das verlängerte Ausatmen aktiviert den parasympathischen Anteil deines Nervensystems – den Teil, der Schmerz modulieren kann.

Viele meiner Teilnehmer merken schon nach wenigen Minuten:
Der Schmerz ist nicht weg.
Aber er wird leiser.

Und leiser ist ein Anfang.


3. Der Vagusnerv – dein innerer Sicherheitsbeauftragter

Der Vagusnerv ist wie eine direkte Leitung zwischen Gehirn und Körper.

Er beeinflusst:

  • Herzfrequenz

  • Verdauung

  • Entzündungsprozesse

  • Schmerzverarbeitung

Ist er aktiv, fühlt sich der Körper sicherer an.
Ist er gehemmt, bleibt das System in Alarm.


Du kannst ihn stimulieren durch:

  • langsame Atmung

  • Summen oder Singen

Das klingt simpel.
Ist es auch.

Aber simpel heißt nicht wirkungslos.


4. Schmerz verstehen – statt gegen ihn kämpfen

Der vielleicht wichtigste Punkt.

Schmerz ist kein verlässlicher Schadensanzeiger.
Er ist ein Schutzmechanismus.

Wenn du tiefer in die Entstehung von Schmerz eintauchen möchtest, findest du in meinen anderen Artikeln mehr dazu.

Schmerzaufklärung verändert nachweislich die Schmerzintensität.
Warum?

Weil dein Gehirn aufhört, überall Gefahr zu vermuten.

Wissen beruhigt.
Und Beruhigung reduziert Schmerz.


Was all das gemeinsam hat

Schlaf.
Atmung.
Vagusaktivierung.
Verstehen.

Es sind keine spektakulären Biohacks.

Es sind Sicherheits-Signale.

Chronischer Schmerz bedeutet oft nicht, dass dein Körper kaputt ist.
Sondern dass dein Nervensystem zu lange auf Alarm war.

Und Alarm lässt sich regulieren.

Nicht über Nacht.
Aber Schritt für Schritt.


Wenn du tiefer einsteigen möchtest …

In meinem WhatsApp-Kanal und auf Instagram teile ich regelmäßig alltagstaugliche neurozentrierte Impulse – kurz, verständlich und direkt umsetzbar.

Wenn du nicht nur lesen, sondern wirklich verändern möchtest, begleite ich dich dort weiter.

Denn Schmerz braucht nicht nur Behandlung.
Er braucht Verständnis, Sicherheit – und manchmal jemanden, der dir zeigt, wo du anfangen kannst.

Workshops zur Vagusnervstimulation, Besser Schlafen und zur Atmung findest du im Kursprogramm.

Kennst du schon die Geschichte vom Koch und dem Star-Pianisten? 

Nein? 

Dann klicke hier.


Sonntag, 11. Januar 2026

Dysbalance im Nervensystem – wenn der innere Ausgleich verloren geht



                                                                       Canva

Fühlst du dich häufig innerlich unruhig, erschöpft und trotzdem „unter Strom“?

Schläfst schlecht, bist schneller gereizt oder hast das Gefühl, dein Körper kommt nicht mehr richtig zur Ruhe?

Dann lohnt sich ein Blick auf dein Nervensystem – genauer gesagt auf das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus.


Das vegetative Nervensystem – dein inneres Steuerzentrum

Unser vegetatives (autonomes) Nervensystem arbeitet rund um die Uhr und steuert lebenswichtige Funktionen wie:

  • Atmung

  • Herzfrequenz

  • Verdauung

  • Schlaf

  • Immunabwehr

  • Regeneration


Es besteht aus zwei Gegenspielern:


  • Sympathikus – Aktivierung, Leistung, Stress („Gas geben“)

  • Parasympathikus – Entspannung, Regeneration, Heilung („Bremse lösen“)


Gesundheit entsteht dort, wo beide Systeme flexibel wechseln können. Problematisch wird es, wenn eines dauerhaft dominiert.


Wenn der Sympathikus dauerhaft übernimmt

Bei anhaltendem Stress – mental, emotional oder körperlich – bleibt der Sympathikus häufig chronisch aktiv. Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus.

Kurzfristig sinnvoll – langfristig jedoch belastend.

Mögliche Folgen dieser Dysbalance:


🔹 Schlafprobleme

Stresshormone beeinflussen maßgeblich unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.
Ist das System abends noch „auf Alarm“, fällt das Einschlafen schwer oder der Schlaf bleibt oberflächlich und wenig erholsam.

🔹 Nachlassende Immunfunktion

Ein dauerhaft aktivierter Sympathikus schwächt die Immunabwehr.
Infekte treten häufiger auf, Entzündungen können schlechter reguliert werden.

🔹 Schlechtere Regeneration

Regeneration findet im Parasympathikus statt – insbesondere über den Vagusnerv.
Ist dieser unteraktiv, fühlen wir uns trotz Pausen nicht wirklich erholt.

🔹 Verdauung, Hunger & Durst geraten aus dem Gleichgewicht

Stress hemmt die Verdauung. Typische Anzeichen:

  • Blähungen

  • Völlegefühl

  • unregelmäßiger Hunger

  • fehlendes oder übersteigertes Durstgefühl

Der Körper schaltet auf „Überleben“ statt auf „Verarbeiten“.

🔹 Innere Unruhe

Ein permanentes Gefühl von Getrieben-Sein, Nervosität oder Anspannung ist ein häufiges Zeichen dafür, dass das Nervensystem keinen sicheren Ruhemodus mehr findet.


Wie steht es um dein Nervensystem?

Vielleicht erkennst du dich in einigen Punkten wieder.
Wichtig ist: Das ist kein persönliches Versagen, sondern eine nachvollziehbare Reaktion deines Körpers auf anhaltende Anforderungen.

Die entscheidende Frage lautet nicht:

„Was stimmt nicht mit mir?“

sondern:

„Was braucht mein Nervensystem gerade?“

Bewusstsein ist der erste Schritt. Erst wenn wir wahrnehmen, in welchem Zustand unser Nervensystem ist, können wir gezielt regulieren – über Atmung, Bewegung, Wahrnehmung, Schlafrhythmen und sichere Routinen.


Möchtest du dein Nervensystem besser verstehen und regulieren lernen?


Auf meinen Kanälen teile ich regelmäßig:

  • alltagstaugliche Impulse zur Nervensystem-Regulation

  • einfache Atem- und Wahrnehmungsübungen

  • neurozentrierte Strategien für mehr Ruhe, besseren Schlaf und Regeneration


👉 Folge mir auf Instagram: @neuro-entspannt_mit_inka


👉 oder abonniere meinen WhatsApp-Kanal, um Impulse kostenfrei, direkt und ohne Algorithmus zu erhalten:

Zum Kanal neuro-entspannt hier klicken


Dein Nervensystem hört immer zu –
die Frage ist nur, was es von dir bekommt.

Dienstag, 28. Oktober 2025

Mein neurozentrierter Weg aus dem Tennisarm

 

Wie ich aktiv selbst etwas für meinen linken Arm tue


Wichtiger Hinweis:
Die folgenden Schritte beschreiben meinen persönlichen Weg in der Selbstbehandlung meines Tennisarms. Sie stellen keine Anleitung oder Empfehlung zum Nachmachen dar. Alle Übungen habe ich individuell auf mich abgestimmt und in meiner eigenen neurozentrierten Arbeit positiv getestet. Bei ähnlichen Beschwerden kann sich eine ganz andere Herangehensweise als sinnvoll erweisen.


Bild 1 – Mit Orthese




Auf dem ersten Bild ist mein linker Arm mit einer Orthese zu sehen. Diese wurde mir vom Orthopäden verschrieben und stabilisiert das Ellenbogengelenk im Alltag.
Während meiner neurozentrierten Übungen nehme ich sie bewusst ab – denn ich möchte, dass mein Nervensystem echte, unverfälschte Rückmeldungen aus dem betroffenen Bereich erhält. Nur so kann mein Gehirn neue, präzise Informationen über die Position, Bewegung und Empfindung des Arms verarbeiten. Eine Orthese würde diese sensorische Rückmeldung dämpfen.


Bild 2 – Atemgürtel zur Vagusnerv-Stimulation





Hier trage ich einen Atemgürtel, der den Vagusnerv über die Bewegung des Zwerchfells sanft stimuliert.

Der Vagusnerv ist ein wichtiger Teil unseres parasympathischen Nervensystems – er wirkt beruhigend, entzündungshemmend und schmerzregulierend. Durch die Kombination mit gezielter Atmung kann ich die Wirkung meiner Übungen deutlich verstärken und mein System in einen regulierteren, ruhigeren Zustand bringen.


Bild 3 & 4 – Der erste Reiz: Riechen






Bevor ich mit den körperlichen Übungen starte, beginne ich mit dem Geruchssinn. Auf den Bildern halte ich die Düfte Zitrone und Tonka unter die Nase – zwei meiner Favoriten.

Der Riechnerv (Hirnnerv I) ist der direkteste Zugang zum Gehirn und steht in enger Verbindung zu den emotionalen und autonomen Zentren.
Indem ich ihn zuerst aktiviere, bereite ich mein Nervensystem auf die nachfolgenden Reize vor. Düfte können über das limbische System unmittelbar Stimmung, Aufmerksamkeit und Entspannung beeinflussen. Tonka wird zudem nachgesagt, chronische Schmerzen positiv zu beeinflussen – bei mir wirkt er angenehm beruhigend.


Bild 5 – Sensorische Stimulation




Im nächsten Schritt arbeite ich mit einem kühlenden Metallstück, mit dem ich meinen Unterarm und den Ellenbogen sanft ausreibe.
Diese sensorische Stimulation verbessert die Wahrnehmung des betroffenen Areals.
In der Neuroarbeit gilt: Sensorik geht vor Motorik – erst wenn das Gehirn klare sensorische Informationen bekommt, kann es Bewegungen sicher und effizient steuern. Das sanfte Kühlen wirkt zusätzlich schmerzlindernd und reduziert Spannungen im Gewebe.


Bild 6 – Spiegelgelenk: das rechte Knie




Statt meinen empfindlichen linken Ellenbogen direkt zu bewegen, mobilisiere ich zunächst das rechte Knie – das sogenannte Spiegelgelenk.
Hintergrund: In der neurozentrierten Arbeit wird das Gehirn über Bewegung benachbarter oder spiegelbildlicher Gelenke angesprochen. Wenn ein Gelenk überempfindlich reagiert, kann das Training des gegenüberliegenden Gelenks helfen, das Gehirn neu zu „kalibrieren“.
Das Knie kreise ich in verschiedenen Positionen, um sichere Bewegungsinformationen ans Nervensystem zu schicken – ohne Schmerzreiz.


Bild 7 & 8 – Hand- und Schultermobilisation







Dann folgen Bewegungen, die mein Gehirn wieder an harmonische Bewegungsmuster erinnern:

Ich zeichne mit dem Handgelenk eine liegende Acht in die Luft und anschließend mit dem ausgestreckten Arm – aus der Schulter heraus – ebenfalls eine.
Diese koordinativen Bewegungen verbessern das Zusammenspiel von Schulter, Arm und Hand und fördern die neuronale Kontrolle entlang der gesamten Bewegungskette.


Bild 9 – Nervendehnung des Speichennervs




Auf diesem Bild bin ich bei der Nervendehnung des Speichennervs (Nervus radialis) in einer für mich angenehmen Entspannungsposition zu sehen.
Das Ziel ist nicht, den Nerv maximal zu dehnen, sondern ihn sanft in seiner Gleitfähigkeit zu unterstützen. Diese Technik kann helfen, Spannungszustände entlang der Nervenbahn zu reduzieren und die Beweglichkeit schmerzfreier zu gestalten.
Entscheidend ist dabei das individuelle Empfinden – für mich fühlt sich diese Position wohltuend und entspannend an.


Bild 10 – Atemübung mit App-Unterstützung




Zum Abschluss unterstütze ich meinen Körper erneut über den Vagusnerv:
Mit der App Breathe lasse ich mich durch eine Atemübung führen – 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 6 Sekunden ausatmen.
Diese Art der Atmung aktiviert den Parasympathikus, reduziert Stresshormone und wirkt regulierend auf Entzündungsprozesse. Ich mache sie ohnehin fast täglich – hier rundet sie meine neurozentrierte Selbstbehandlung ideal ab.


Fazit

Bis zu meinem nächsten Physiotermin kann ich mit diesen individuell auf mich abgestimmten Übungen aktiv etwas tun – und meinem Nervensystem gezielt helfen, Schmerzen zu reduzieren, Bewegung sicherer zu machen und Heilungsprozesse zu unterstützen.

Dienstag, 21. Oktober 2025

🧠 Rheuma, Entzündung & Vagusnerv – was eine Studie zeigt

 



Der Vagusnerv ist weit mehr als nur der „Entspannungsnerv“. Er beeinflusst Herzfrequenz, Atmung, Verdauung – und auch unser Immunsystem. Über ihn läuft der sogenannte inflammatory reflex, ein körpereigener Mechanismus, der Entzündungen regulieren kann.

Dass diese Verbindung nicht nur theoretisch existiert, zeigen mittlerweile mehrere Studien. Besonders spannend ist eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 von Addorisio und Kolleg:innen, die Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis (Rheuma) einschloss.


🔬 Was wurde untersucht?

In dieser kleinen Pilotstudie wurde der Vagusnerv nicht-invasiv über das äußere Ohr stimuliert – also ohne Operation oder implantiertes Gerät.
Die Anwendung dauerte gerade einmal zwei Minuten. Danach wurden über 24 Stunden hinweg Entzündungswerte im Blut gemessen:
Interleukin-6, Interleukin-1β und TNF-α – Marker, die anzeigen, wie aktiv das Immunsystem ist.

Das Ergebnis:
Bereits vier Stunden nach der Stimulation waren alle drei Entzündungsmarker deutlich niedriger.
Und das Erstaunliche: Die Teilnehmenden berichteten über eine anhaltende Verbesserung ihrer Symptome, die über mehrere Tage anhielt.

Studie: Addorisio ME et al. (2019). Investigational treatment of rheumatoid arthritis with a vibrotactile device applied to the external ear.
Bioelectronic Medicine, 5:4. PMCID: PMC7098240

 

⚖️ Was bedeutet das?

Natürlich handelt es sich um eine sehr kleine Studie – die Ergebnisse sind noch kein Beweis für eine etablierte Therapie.
Aber sie zeigen eindrucksvoll, wie stark das Nervensystem Entzündungsprozesse beeinflussen kann.

Und das gilt nicht nur für Menschen mit Rheuma. Chronische Entzündungen stehen im Zusammenhang mit vielen Beschwerden – von anhaltender Müdigkeit bis zu depressiven Symptomen.
Wenn der Vagusnerv „gut arbeitet“, hilft er, innere Balance und Regenerationsfähigkeit zu erhalten.


🌿 Was du daraus mitnehmen kannst

Wir können unseren Vagusnerv gezielt ansprechen – mit verschiedensten Übungen.
Diese kleinen Reize aktivieren das parasympathische System, senken Stress und unterstützen die körpereigene Regulation.

Vagusarbeit ersetzt keine medizinische Behandlung, kann aber ein wertvoller Baustein für Entzündungsregulation, innere Ruhe und Heilungsprozesse sein.


💬 Mein Fazit

Die Studie von Addorisio et al. liefert faszinierende Einblicke in die Verbindung von Nervensystem und Immunsystem.

👉 Wer seinen Vagus stärkt, stärkt seine Selbstregulation.


🧩 In meinen Workshops

In meinen Workshops zur Vagusnervstimulation vermittle ich praxisnah, wie sich diese Erkenntnisse in Übungen umsetzen lassen.
Wir arbeiten dort unter anderem auch über das Ohr – also genau an jener Stelle, über die in der Studie stimuliert wurde – und erleben, wie gezielte Reize das Nervensystem regulieren und das Wohlbefinden verbessern können.


Mittwoch, 15. Oktober 2025

Welt-Menopause-Tag 2025 – Wie neurozentrierte Strategien unterstützen können

 



Am 18. Oktober ist Welt-Menopause-Tag – ein Tag, der darauf aufmerksam machen soll, wie wichtig Unterstützung, Verständnis und Wissen in dieser besonderen Lebensphase sind.

Im Mittelpunkt stehen Gesundheit, Wohlbefinden und die Frage:
Was können wir selbst tun, um Körper und Nervensystem in Balance zu bringen?

Ich möchte diesen Tag nutzen, um auf einen Ansatz aufmerksam zu machen, der oft übersehen wird:
die neurozentrierte Perspektive.


🔥 Hitzewallungen – hier hilft Neuro-Entspannung nicht direkt

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen:
Die typischen Hitzewallungen sind hormonell verursacht.
Das Temperaturzentrum im Gehirn reagiert empfindlicher auf kleinste Schwankungen der Östrogenspiegel – und das führt zu plötzlichen Hitzeattacken.

Hier kann eine neurozentrierte Arbeit nicht direkt eingreifen.
Doch: Stress und emotionale Anspannung verstärken viele Symptome.
Über gezielte Entspannungsreize wie Atemübungen lässt sich das Nervensystem beruhigen – und damit zumindest die Reaktionsstärke der Wallungen etwas abmildern.


🌙 Schlafstörungen – wenn der Körper nicht „runterfährt“

Viele Frauen berichten in dieser Zeit über Ein- oder Durchschlafprobleme.
Hier zeigt sich, wie wirkungsvoll neurozentrierte Strategien sein können.

Schlafprobleme entstehen häufig, wenn das Nervensystem in ständiger Alarmbereitschaft bleibt.
Statt „einfach nur zu entspannen“, kann man gezielt über neuronale Zugänge wirken – etwa:

  • Gleichgewichtsübungen, die den Hirnstamm beruhigen und das Nervensystem regulieren,

  • Neuro-Farbbrillen, die über das visuelle System Signale von Sicherheit senden,

  • oder gezielte Atem- und Körperübungen, die den Parasympathikus aktivieren.

So entsteht nicht nur Ruhe – sondern ein Körperzustand, der Schlaf wieder zulässt.


⚖️ Gewicht und Stoffwechsel – mehr als Hormone

Auch Gewichtsschwankungen gehören für viele Frauen zu den belastendsten Begleiterscheinungen.
Natürlich spielen Hormone und Stoffwechselveränderungen eine Rolle.
Doch es gibt weitere Ebenen, die wir gezielt über das Nervensystem ansprechen können:

  • Der Frontallappen unterstützt bewusstes Essverhalten und Impulskontrolle.

  • Die Insula hilft, Körpersignale wie Hunger und Sättigung besser wahrzunehmen.

  • Der Vagusnerv beeinflusst Verdauung, Entzündungsreaktionen und Stressregulation.

Über neurozentrierte Übungen kann man diese Strukturen aktivieren, um das Körpergefühl zu verbessern, Stress-Essen zu reduzieren und die Stoffwechselbalance zu unterstützen.


💫 Mehr als Entspannung – Regulation

Neuro-Entspannung ist nicht einfach nur „abschalten“.
Sie bedeutet: das Nervensystem regulieren, Reize gezielt nutzen und dadurch Körper und Psyche wieder in Einklang bringen.

In den Wechseljahren geht es genau darum – um Regulation in einer Phase des Umbruchs.
Wer lernt, sein Nervensystem gezielt zu beruhigen und zu aktivieren, kann viele Symptome abfedern und das eigene Wohlbefinden spürbar steigern.


🗓️ Fazit & Einladung

Der Welt-Menopause-Tag erinnert uns daran, dass diese Lebensphase keine Krankheit ist, sondern ein Übergang – körperlich, hormonell und auch neuronell.

Neurozentrierte Strategien können helfen, diesen Übergang stabiler, ruhiger und selbstbestimmter zu gestalten.
Sie bieten Impulse, die Körper und Gehirn neu miteinander verbinden – und das weit über Entspannung hinaus.

👉 In meinem Kurskalender findest du passende Workshops und Kurse, in denen du lernst, dein Nervensystem gezielt zu regulieren – für besseren Schlaf, mehr Energie und innere Ruhe.


Der Star aller Hirnnerven: der Vagusnerv

                                                                                                Canva Du bist erschöpft, aber kannst nicht a...