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Sonntag, 26. Juli 2026

Ausgerechnet im Urlaub hatte ich zwei Schmerzschübe und eine Migräneattacke

 

South West Coast Path: Gribbin Head, Cornwall
(Foto selbst erstellt)



Ausgerechnet im Urlaub hatte ich zwei Schmerzschübe und eine Migräneattacke. Früher hätte ich das als Rückschritt gewertet. Heute sehe ich darin etwas anderes:

 wertvolle Informationen meines Nervensystems.



Vielleicht kennst du das auch: Du freust dich auf eine Auszeit, möchtest etwas erleben, bist gut vorbereitet – und dann macht dein Körper plötzlich nicht mehr mit.

Genau das ist mir während meines Urlaubs in England passiert.

Schmerzschub Nummer 1: Der Coast Path in Cornwall

Eine meiner ersten Wanderungen führte mich auf einen Abschnitt des wunderschönen Coast Path in Cornwall. Die Strecke galt als eher leicht und ich fühlte mich gut vorbereitet.

Was ich jedoch unterschätzt hatte, waren die ständigen kleinen Anstiege und Abstiege. Jeder einzelne für sich war kein Problem. In der Summe bedeuteten sie jedoch eine deutlich höhere Belastung für mein System, als ich erwartet hatte.

Dann passierte etwas, das viele Menschen mit chronischen Schmerzen kennen: Ganz plötzlich verließen mich die Kräfte. Ohne Vorwarnung. Eben noch unterwegs, im nächsten Moment fühlte sich mein Körper an, als hätte jemand den Stecker gezogen.

Eigentlich hatte ich mir vorher einen „Notausstieg“ zurechtgelegt. Falls es zu viel werden sollte, wollte ich dort den Bus zurück nehmen. Doch der angekündigte Bus kam nicht.

Also blieb mir nichts anderes übrig, als den gesamten Weg bis zum Ausgangspunkt zurückzugehen.

In diesem Moment ging es nicht mehr darum, die schöne Landschaft zu genießen. Es ging nur noch darum, irgendwie anzukommen.

Die Quittung folgte unmittelbar: Die nächsten Tage verbrachte ich größtenteils in der Ferienwohnung.

London: Wenn das Gehirn auf Hochleistung läuft

Nach Cornwall führte mich die Reise weiter über London nach Cambridge.

Eigentlich war nur ein halber Tag in London geplant. Doch manchmal reicht schon ein halber Tag.

Volle U-Bahnen, Menschenmassen, ständige Orientierung in einer fremden Umgebung, Lärm, visuelle Reize und lange Wege – mein Gehirn arbeitete auf Hochtouren.

Viele denken bei Belastung zuerst an körperliche Anstrengung. Für unser Nervensystem können jedoch auch Reizflut und permanente Aufmerksamkeit enorme Anforderungen darstellen.

Die Folge ließ nicht lange auf sich warten: Ein Migräneschub.

Statt Cambridge zu erkunden, lag ich zunächst wieder in der Ferienwohnung und gab meinem Nervensystem die Ruhe, die es offensichtlich eingefordert hatte.

Diesmal besser geplant – und trotzdem ein Schmerzschub

Nach diesen Erfahrungen plante ich bewusster.

Für einen längeren Spaziergang wählte ich eine Strecke ohne ständige Auf- und Abstiege. Ich legte mehr Pausen ein und achtete genauer auf meine Belastung.

Und dennoch kam es erneut zu einem Schmerzschub.

Der Unterschied: Er fiel deutlich moderater aus.

Früher hätte ich vielleicht gedacht: „Siehst du, die Planung hat nichts gebracht.“

Heute sehe ich das anders.

Mein Nervensystem hatte in den Tagen zuvor bereits viel verarbeitet. Reisen, neue Eindrücke, Ortswechsel, Schmerzen und Migräne hinterlassen Spuren. Dass der zweite Schmerzschub weniger intensiv ausfiel, werte ich deshalb durchaus als Erfolg.

Nicht weil die Beschwerden komplett ausgeblieben sind.

Sondern weil mein System besser mit der Belastung umgehen konnte.

Was ich aus diesem Urlaub mitnehme

Diese Reise hat mich erneut daran erinnert, dass Belastung sehr individuell ist.

Nicht jede Herausforderung kündigt sich rechtzeitig an. Nicht jede Reaktion des Körpers lässt sich verhindern. Und nicht jede gute Planung garantiert einen beschwerdefreien Tag.

Aber wir können lernen, die Signale unseres Nervensystems besser zu verstehen.

Wir können neugierig bleiben, statt uns zu verurteilen.

Wir können Belastungen besser einschätzen, Pausen bewusster einsetzen und Erfahrungen sammeln, die uns beim nächsten Mal helfen.

Vor allem aber dürfen wir akzeptieren, dass Fortschritt nicht bedeutet, nie wieder Schmerzen oder Migräne zu haben.

Fortschritt bedeutet oft, früher zu erkennen, was passiert. Besser darauf zu reagieren. Und schneller wieder ins Gleichgewicht zu finden.

Genau deshalb fasziniert mich die neurozentrierte Arbeit so sehr: Sie hilft uns, die Sprache unseres Nervensystems besser zu verstehen.

Und manchmal beginnt dieses Verstehen ausgerechnet in den Momenten, die wir ursprünglich ganz anders geplant hatten.


Samstag, 18. April 2026

Endlich Urlaub – und plötzlich krank: Warum dein Körper genau dann schlappmacht

 


                                                                                                              Bild erstellt mit KI


Der Koffer ist gepackt, die Vorfreude riesig. Endlich Urlaub.
Du kommst an, lässt den Alltag hinter dir – und plötzlich: Halsschmerzen. Kopfschmerzen. Erschöpfung. Vielleicht sogar Fieber.


Monatelang funktionieren wir. Termine, Verantwortung, vielleicht auch emotionale Belastungen. Und dann, genau in dem Moment, in dem alles abfällt, meldet sich der Körper. Nicht leise. Sondern ziemlich deutlich.

Was steckt dahinter?


Wenn Dauerstress plötzlich endet

Unser Nervensystem ist nicht dafür gemacht, dauerhaft „auf Spannung“ zu laufen – auch wenn wir das oft erstaunlich lange schaffen.

Unter chronischem Stress dominiert der sogenannte Sympathikus: der Teil unseres Nervensystems, der uns leistungsfähig, wach und reaktionsbereit macht.

Dabei spielt das Stresshormon Cortisol eine entscheidende Rolle. Ist Cortisol erhöht, hat das wichtige Folgen:

  • das Immunsystem wird gedämpft
  • Entzündungsprozesse werden unterdrückt
  • Regeneration wird blockiert
  • Warnsignale des Körpers werden weniger wahrgenommen

Cortisol wirkt eigentlich entzündungshemmend. Wenn es jedoch über lange Zeit zu hoch ist, kann der Körper weniger gut darauf reagieren – man spricht dann von einer Art „Cortisol-Resistenz“. Entzündungen werden dadurch nicht mehr zuverlässig reguliert und zeigen sich oft genau dann, wenn endlich Ruhe einkehrt.

Die Cortisol-Erhöhung ist kurzfristig sinnvoll – dein Körper priorisiert „Funktionieren“.
Langfristig jedoch wird alles, was eigentlich Raum bräuchte, immer weiter nach hinten verschoben.

Und genau dieses „später“ ist oft… der Urlaub.


Wenn das Cortisol sinkt – und der Körper reagiert

Sobald du zur Ruhe kommst, passiert etwas Entscheidendes:

Der Cortisolspiegel beginnt zu sinken.
Der Parasympathikus übernimmt – also der Teil deines Nervensystems, der für Erholung, Heilung und Regulation zuständig ist.

Und jetzt wird sichtbar, was vorher unterdrückt wurde:

  • Das Immunsystem wird wieder aktiv
  • Entzündungen können „hochkommen“
  • Erschöpfung wird spürbar
  • Symptome zeigen sich plötzlich deutlich

Das kann sich anfühlen wie ein Zusammenbruch – ist aber eigentlich ein Nachholen von Regulation.


Warum du gerade im Urlaub krank wirst

Dieses Phänomen wird manchmal auch als „Leisure Sickness“ bezeichnet – also „Freizeitkrankheit“.

Typische Gründe sind:

  • Abrupter Wechsel von Anspannung zu Entspannung
  • Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel im Alltag
  • Das plötzliche Absinken von Cortisol im Urlaub
  • Ein Immunsystem, das erst jetzt wieder aktiv wird
  • Unterdrückte Erschöpfung, die endlich Raum bekommt

Dein Körper ist also nicht „gegen dich“.
Er nutzt nur die erste echte Gelegenheit, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.


Der wichtigste Hebel: Entspannung nicht auf später verschieben

Die gute Nachricht: Du kannst etwas tun.

Der größte Fehler ist, Entspannung ausschließlich auf den Urlaub zu verschieben.
Denn dann kommt es genau zu diesem starken Wechsel – inklusive Cortisol-Abfall und körperlicher Reaktion.

Dein Nervensystem braucht regelmäßige Regulation, damit es gar nicht erst zu diesem extremen Umschalten kommt.


Vagusnerv: Dein Schlüssel zur Regulation

Ein besonders wirksamer Ansatz ist die gezielte Aktivierung des
Vagusnervs.

Er hilft deinem Körper dabei,

  • den Cortisolspiegel sanfter zu regulieren
  • schneller aus Stresszuständen herauszufinden
  • dein Immunsystem stabil zu halten
  • insgesamt belastbarer zu werden

Das Beste: Viele Übungen sind einfach und sofort umsetzbar.


Was du konkret tun kannst

Damit dein Körper im Urlaub nicht „zusammenklappt“, sondern wirklich genießen kann, hilft:

1. Cortisol im Alltag regelmäßig runterfahren
Nicht erst im Urlaub, sondern täglich kleine Entlastungsmomente schaffen.

2. Regelmäßigkeit statt Intensität
Lieber täglich 5–10 Minuten als seltene „Auszeiten“.

3. Sanfte Übergänge schaffen
Plane bewusst einen Puffer vor dem Urlaub ein – kein Vollgas bis zur letzten Minute.

4. Nervensystem mitnehmen
Entspannung sollte dich begleiten – nicht erst am Urlaubsort beginnen.


Und wenn es dich doch erwischt?

Dann gilt: Widerstand verstärkt oft nur die Symptome.

Wenn dein Cortisol gerade sinkt und dein Körper in Regulation geht, kannst du ihn unterstützen statt dagegen zu arbeiten:

  • Druck rausnehmen („Ich muss jetzt funktionieren“)
  • gezielt in Entspannung gehen
  • deinem Körper erlauben, nachzuholen

Oft verkürzt das die Dauer deutlich.


Du möchtest lernen, wie das konkret geht?

In meinen Kursen zeige ich dir einfache, alltagstaugliche Methoden aus der Neurozentrierung, Atemarbeit und Vagusnervstimulation, die du direkt umsetzen kannst – ohne Vorkenntnisse und ohne großen Zeitaufwand.

👉 Hier geht’s zu meinem Kursprogramm
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Sonntag, 12. April 2026

Vorfreude ist der Anfang des Urlaubs

 

                                                                    Bild erstellt mit KI


Der Urlaub steht noch gar nicht vor der Tür – und trotzdem beginnt er schon.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl:
Du buchst eine Reise. Wochen oder Monate vorher. Und plötzlich tauchen sie immer wieder auf – kleine Gedanken an den Ort, an den du bald fahren wirst.

Ein Bild vom Meer.
Eine Vorstellung vom Spaziergang durch eine fremde Stadt.
Der Gedanke daran, morgens Zeit zu haben.

Diese Vorfreude ist mehr als nur ein angenehmes Gefühl. Sie ist bereits ein Teil der Reise.

Vorfreude verlängert den Urlaub:

Wenn wir ehrlich sind, dauert der eigentliche Urlaub oft nur wenige Tage oder Wochen.

Die Vorfreude dagegen kann viel länger dauern.

Je mehr wir uns gedanklich auf unser Reiseziel einlassen, desto mehr wird der Urlaub zu einem Prozess statt nur zu einem Zeitpunkt im Kalender.

Die Reise beginnt dann nicht erst am Flughafen oder am Bahnhof.

Sie beginnt in deinem Alltag.

Bis zum Urlaub ein bisschen fitter werden:

Viele Menschen haben kurz vor dem Urlaub das Gefühl, noch einmal besonders viel erledigen zu müssen.

Dabei kann die Zeit vor der Reise auch anders genutzt werden – als eine Art sanfte Vorbereitung auf die Auszeit.

Vielleicht nimmst du dir kleine persönliche Ziele vor:

  • regelmäßig spazieren gehen
  • öfter das Fahrrad statt den Bus nutzen
  • ein Glas Wasser statt des zweiten Kaffees trinken
  • mittags ein leichtes Essen statt Fast Food wählen
  • bewusste Zeiten für Entspannung einplanen
  • etwas früher schlafen gehen

Nicht aus Druck heraus.

Sondern aus der Idee heraus, mit etwas mehr Energie in den Urlaub zu starten.

Den Urlaub im Alltag spürbar machen:

Du kannst die Vorfreude auch auf eine andere Weise verlängern:
Indem du dein Reiseziel schon vorher ein Stück weit in dein Leben holst.

Vielleicht erkundest du dein Urlaubsziel kulinarisch:

  • typische Gerichte nachkochen
  • neue Gewürze ausprobieren
  • Zutaten entdecken, die dort häufig verwendet werden

Oder du versuchst, die Stimmung des Ortes einzufangen:

  • durch Filme
  • Musik
  • Bilder oder Bücher über die Region

So entsteht nach und nach ein inneres Bild deiner Reise.

Ein Duft für den Urlaub:

Auch Düfte können helfen, diese Vorfreude zu vertiefen.

Wähle ein Parfum, eine Bodylotion oder eine Handcreme, die du ausschließlich mit deinem bevorstehenden Urlaub verbindest.

Nutze diesen Duft bewusst in den Wochen vor der Reise.

Der Geruch wird sich nach und nach mit deinen Gedanken an den Urlaub verbinden –
mit deiner Vorfreude,
mit deinen Vorstellungen,
mit deinen Träumen.

Später kann genau dieser Duft die Erinnerungen an deine Reise wieder wachrufen.

Die Reise beginnt früher, als wir denken:

Wenn du dir kleine Ziele bis zum Urlaub setzt, beginnt deine Reise schon lange vor der Abfahrt.

Du verlängerst sie.

Und vielleicht entdeckst du dabei, dass die Vorfreude selbst eine Form von Erholung sein kann.

Auch in meiner Arbeit geht es immer wieder darum, kleine Veränderungen im Alltag zu nutzen, um Körper und Nervensystem zu unterstützen.

In meinen Kursen und Workshops beschäftigen wir uns damit, wie solche kleinen Impulse – Bewegung, Schlaf, Entspannung oder Sinneseindrücke – unseren Alltag spürbar verändern können.

Aktuelle Termine findest du in meinem Kursprogramm.

Und in meinem WhatsApp-Kanal teile ich regelmäßig kleine Impulse für mehr Energie, besseren Schlaf und ein entspannteres Nervensystem.

Manchmal beginnt Erholung eben nicht erst im Urlaub.

Manchmal beginnt sie schon in der Vorfreude. ✨

Dienstag, 9. September 2025

Wenn der Urlaub vorbei ist: Warum wir uns danach oft schlechter fühlen

 



                                                                                     Foto selbst erstellt


Nach einer erholsamen Urlaubszeit würden die meisten erwarten, dass man voller Energie zurückkehrt. Doch oft passiert genau das Gegenteil: Kopfschmerzen kehren zurück, Rückenschmerzen werden schlimmer, der Schlaf ist unruhiger, und die Stimmung sinkt.

Warum ist das so? Und was sagt die Neurowissenschaft dazu?


Das Phänomen: „Post-Urlaubs-Crash“

Viele Menschen berichten, dass nach dem Urlaub körperliche Beschwerden verstärkt auftreten. Psychologen und Mediziner sprechen von einem Post-Holiday-Effekt: Der Stresspegel scheint trotz Erholung zunächst nicht zu sinken – oder steigt sogar kurzzeitig an. Typische Symptome:


  • Müdigkeit und Erschöpfung

  • Rückenschmerzen oder Muskelverspannungen

  • Kopfschmerzen oder Migräne

  • Gereiztheit, Stimmungsschwankungen

  • Schlafprobleme


Neurozentrierte Ursachen

Unser Gehirn spielt eine zentrale Rolle bei der Wahrnehmung von Beschwerden. Drei Mechanismen sind besonders relevant:

a) Kontrastwahrnehmung

Im Urlaub werden wir oft von einem veränderten Umfeld stimuliert: Sonne, Bewegung, neue Eindrücke. Unser Belohnungssystem (Dopaminbahnen) wird aktiviert, Stresshormone (Cortisol) sinken.
Zurück zuhause wirkt alles „normal“ oder sogar eintönig. Dieses abrupte Absinken von positiven Reizen kann das Gehirn irritieren, und Symptome, die vorher da waren, treten jetzt stärker in den Vordergrund.

b) Sensibilisierung des Nervensystems

Chronische Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Migräne entstehen oft durch eine veränderte Schmerzverarbeitung im Nervensystem. Während wir im Urlaub abgelenkt und aktiv sind, tritt Schmerz in den Hintergrund. Sobald Routine und Stress zurückkehren, werden die Nervenzellen wieder sensitiver, und wir nehmen Schmerzen intensiver wahr.

c) Stressreaktion und Erwartungsdruck

Nach dem Urlaub müssen viele sofort wieder „funktionieren“. Das Gehirn reagiert darauf mit einer Akut-Aktivierung der Stressachse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse). Cortisol steigt an, Herzfrequenz und Muskelspannung erhöhen sich, die Wahrnehmung von Beschwerden intensiviert sich.


Strategien, um dem entgegenzuwirken

a) Sanfte Übergänge

  • Plane die Rückkehr nach Möglichkeit nicht am Sonntagabend, sondern Montag oder sogar mittwochs.

  • Baue leichte Bewegung (Spaziergänge, Dehnen) direkt nach dem Urlaub in den Alltag ein.

b) Bewusste Entspannung

  • Vagusnerv-Stimulation oder progressive Muskelentspannung helfen, die Aktivität der Stressachsen zu senken.

  • Kurze Pausen über den Arbeitstag verteilt verhindern, dass das Gehirn sofort in Alarmbereitschaft schaltet.

c) Sensorische Erinnerung nutzen

  • Kleine Urlaubserinnerungen (Fotos, Düfte, Musik, Geschirr, Lebensmittel) können das Gehirn daran erinnern, dass positive Zustände auch zuhause möglich sind. Das Belohnungssystem wird erneut aktiviert und kontrastiert die Alltagsroutine.

d) Körperliche Beschwerden gezielt angehen

  • Moderate Bewegung reduziert die Sensibilisierung des Nervensystems.

  • Achte auf ausreichenden Schlaf: Im Urlaub verschiebt sich oft der Rhythmus und eine Rückkehr zur Regelroutine ist wichtig.


Fazit

Der Post-Urlaubs-Crash ist kein Zufall – er ist ein neurobiologisches Phänomen. Unser Gehirn reagiert auf veränderte Umgebungsreize, Stress und Schmerzverarbeitung. Wer den Übergang bewusst gestaltet, sich kleine Oasen der Entspannung schafft und körperliche Signale ernst nimmt, kann die Beschwerden deutlich abmildern. Urlaub sollte nicht nur eine Pause sein, sondern eine Brücke zu einem nachhaltig gesunden Alltag.


Samstag, 2. August 2025

Urlaub – Warum er manchmal mehr ist als nur Koffer packen

 


                                                               Bild selbst erstellt (Seven-Sisters-walk, England)


Kürzlich war ich zwei Wochen in England – viel Natur, ruhige Tage, freundliche Menschen und einfach mal raus aus dem Alltag. Ich hätte es selbst kaum gedacht, aber ich habe mich dort richtig wohl gefühlt. Kein Druck, keine Verpflichtungen, einfach nur atmen, ankommen, abschalten.

Dieses Gefühl – das nennen viele „Urlaub“. Doch gerade mit einer chronischen Erkrankung ist es oft gar nicht so einfach, diese Pause wirklich zuzulassen. Denn: Wo fängt Urlaub eigentlich an? Und wann wirkt er wirklich entspannend – für Körper und Gehirn?

Wann ist Urlaub wirklich entspannend?

Urlaub ist dann entspannend, wenn er sich nicht wie Stress anfühlt. Klingt banal, ist aber für viele gar nicht so leicht. Oft beginnt der Urlaub mit Stress: Packen, Reiseplanung, frühes Aufstehen, enge Sitze im Zug oder Flieger – das alles kann gerade für Menschen mit chronischen Beschwerden eine echte Herausforderung sein.

Entspannend ist Urlaub, wenn:

  • der Tagesrhythmus lockerer wird

  • man nichts „muss“, sondern darf

  • der Körper Ruhephasen bekommt, die sonst schwer im Alltag unterzubringen sind

  • es keinen Druck gibt, „etwas erleben zu müssen“

Manchmal ist das eben nicht das Hotel auf Mallorca, sondern der Liegestuhl auf dem eigenen Balkon.

Wie lange sollte ein Urlaub dauern, um entspannend zu wirken?

Forscher:innen sagen: Mindestens eine Woche, besser noch 10 bis 14 Tage, braucht unser Körper, um wirklich runterzufahren. Die ersten Urlaubstage stehen meist noch im Zeichen des „Entzugs“ vom Alltag: Der Kopf denkt an E-Mails, Termine oder an das, was noch erledigt werden muss.

Erst nach ein paar Tagen schaltet unser Nervensystem langsam in den Erholungsmodus. Wichtig: Auch mehrere kürzere Auszeiten über das Jahr verteilt können sehr wohltuend sein – besonders für Menschen, die sich keine lange Reise oder größere Umstellung zutrauen. Zwei oder drei Tage bewusste Pause können manchmal Wunder wirken.

Was passiert im Gehirn im Urlaub?

Urlaub ist wie ein Neustart fürs Gehirn – und das ist wissenschaftlich belegt. Sobald wir aus dem gewohnten Trott ausbrechen (selbst, wenn es nur kleine Veränderungen sind), beginnt unser Gehirn, neue Eindrücke zu verarbeiten. Es entstehen neue Verknüpfungen. Wir fühlen uns kreativer, offener und oft auch emotional stabiler.

Gerade bei chronischer Erkrankung, wo der Alltag oft stark von Symptomen und Routinen geprägt ist, kann das kleine mentale Auszeiten schaffen, die das psychische Wohlbefinden verbessern. Das Gehirn liebt Abwechslung – aber bitte dosiert.

Urlaub zuhause – geht das wirklich?

Ja! Und wie! Urlaub zuhause – auch als „Staycation“ bekannt – hat einige ziemlich entspannte Vorteile:

  • Kein Packen, kein Schleppen, kein Zeitdruck

  • Man kennt seine Umgebung und hat alle Hilfsmittel oder Medikamente griffbereit

  • Der eigene Lieblingsplatz ist nur ein paar Schritte entfernt

Wichtig ist: Auch zuhause muss es sich wie Urlaub anfühlen dürfen. Das bedeutet: keine Verpflichtungen, kein schlechtes Gewissen, wenn man einfach mal nichts tut. Vielleicht probierst du neue Rezepte aus, planst einen Mini-Ausflug ins Grüne oder gönnst dir einfach jeden Tag ein kleines Highlight – ein gutes Buch, ein besonderer Film oder ein Telefonat mit einem lieben Menschen.

Fazit: Urlaub ist Kopfsache – und darf so aussehen, wie du ihn brauchst

Ob Fernreise, Kurztrip oder Sofa-Retreat – Urlaub ist nicht daran gebunden, wie weit man fährt, sondern wie sehr man sich erlaubt, loszulassen. Gerade wenn der Körper täglich Höchstleistung bringt, darf der Geist Pausen machen, neue Wege denken und die Seele baumeln lassen.

Erlaub dir deinen ganz eigenen Urlaub – auch wenn er anders aussieht als bei anderen.


Der Star aller Hirnnerven: der Vagusnerv

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