Viele Menschen kennen das Gefühl: Der Wecker klingelt, aber der Körper ist noch im Nachtmodus. Die Augen sind schwer, der Kopf fühlt sich träge an und der Start in den Tag fällt schwer.
In der neurozentrierten Arbeit schauen wir uns in solchen Situationen an, wie das Gehirn über Sinnesreize aktiviert werden kann. Ein möglicher Ansatz kann dabei eine rote Neuro-Farbbrille sein.
Warum ausgerechnet Rot?
Farben sind nicht nur ein optisches Phänomen – sie sind auch Information für das Gehirn. Über die Netzhaut gelangen visuelle Signale direkt in Bereiche des Gehirns, die Aufmerksamkeit, Aktivierung und Wachheit beeinflussen.
Die Farbe Rot liegt im langwelligen Bereich des Lichtspektrums und wirkt bei vielen Menschen eher aktivierend. In der neurozentrierten Praxis zeigt sich deshalb immer wieder:
Wenn jemand morgens für kurze Zeit durch eine rote Farbbrille schaut, kann das dem Gehirn helfen, leichter aus dem „Nachtmodus“ herauszukommen.
Ein möglicher Test kann so aussehen:
➡️ Nach einem positiven Re-Test kann ausprobiert werden, die rote Neuro-Farbbrille direkt nach dem Aufstehen etwa 15 Minuten zu tragen.
Warum ein Re-Test so wichtig ist
In der Neuroathletik gilt ein zentraler Grundsatz:
Wir testen Interventionen – statt sie einfach anzunehmen.
Ob eine Farbbrille sinnvoll ist, wird deshalb immer über einen Re-Test überprüft, zum Beispiel über Beweglichkeit, Gleichgewicht oder andere Funktionschecks.
Zeigt sich dabei eine Verbesserung, kann die Farbbrille eine hilfreiche Unterstützung sein. Bleibt der Effekt aus, ist sie für diese Person oder Situation schlicht nicht das richtige Werkzeug.
Außerdem gilt:
Neuro-Farbbrillen werden nicht dauerhaft getragen, sondern gezielt in bestimmten Situationen eingesetzt.
Ein wichtiger Hinweis für Menschen mit Migräne
Für Menschen mit Migräne eignet sich eine rote Farbbrille in der Regel nicht. Rot kann für das visuelle System zu stark stimulierend sein.
In diesen Fällen kann eine grüne Farbbrille deutlich interessanter sein. Dazu habe ich bereits einen eigenen Blogartikel geschrieben, den ich hier gerne verlinke.
Farben können auch beim Schlaf eine Rolle spielen
Spannend ist übrigens: Farbbrillen können nicht nur beim Aktivieren am Morgen, sondern auch beim Runterfahren am Abend eine Rolle spielen.
Wenn das Nervensystem sehr aktiv ist oder das Einschlafen schwerfällt, kann es sinnvoll sein, mit bestimmten visuellen Reizen zu arbeiten, um dem Gehirn ein „Signal zur Entspannung“ zu geben.
Mehr dazu zeige ich im Seminar „Besser schlafen“, in dem wir verschiedene neurozentrierte Strategien für besseren Schlaf anschauen.
Der nächste Kurs findet in Barßel statt – alle Infos dazu findest du im Kursprogramm.
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