Bild erstellt mit KI
Der Wecker klingelt.
Du öffnest die Augen – aber irgendwie fühlt sich alles schwerer an als sonst.
Der Kopf ist noch müde, der Körper kommt nicht richtig in Gang. Vielleicht meldet sich auch ein Schmerz stärker als sonst: der Rücken, der Nacken oder ein alter Begleiter, der sich an schlechten Tagen gerne wieder zeigt.
Viele Menschen erleben genau das rund um die Zeitumstellung.
Eine einzige Stunde klingt zunächst nicht viel. Für unser Gehirn und unseren Schlafrhythmus kann sie jedoch spürbare Folgen haben.
Wenn der Körper aus dem Takt gerät
Unser Körper lebt nach einer inneren Uhr. Schlaf, Hormone, Energie, Konzentration – vieles folgt einem Rhythmus, der sich über Jahre eingespielt hat.
Wird dieser Rhythmus plötzlich verschoben, braucht das Nervensystem Zeit, um sich neu zu sortieren.
Fachleute sprechen deshalb bei der Zeitumstellung oft von einem „Social Jetlag“. Der Körper lebt noch nach der alten Zeit, während der Alltag bereits nach der neuen Uhr funktioniert.
Für viele Menschen dauert es mehrere Tage bis über eine Woche, bis sich der Rhythmus wieder stabilisiert.
Warum Schlaf und Schmerz eng zusammenhängen
Besonders interessant ist, was in dieser Phase mit unserem Schmerzempfinden passieren kann.
Der Neurophysiologe PD Dr. Walter Magerl vom Institut für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg erklärt in einem aktuellen Interview: Schlaf und Schmerz beeinflussen sich gegenseitig – allerdings nicht gleich stark.
Schlafprobleme verstärken Schmerzen deutlich stärker, als Schmerzen den Schlaf stören.
Schon eine relativ kleine Verkürzung der Schlafdauer kann spürbare Folgen haben. Studien zeigen, dass weniger als sechs Stunden Schlaf die Schmerzempfindlichkeit und die Wahrscheinlichkeit für spontane Schmerzen am nächsten Tag um etwa 30 Prozent erhöhen können.
Für Menschen mit chronischen Beschwerden kann das bedeuten, dass ohnehin bekannte Schmerzen in dieser Phase plötzlich stärker auftreten.
Schlaf ist mehr als nur Erholung
Viele Prozesse im Körper laufen während des Schlafs auf Hochtouren. Hormonsysteme werden reguliert, das Immunsystem arbeitet, das Gehirn verarbeitet Eindrücke des Tages.
Auch unsere Fähigkeit, mit Schmerzen umzugehen, hängt mit diesen nächtlichen Prozessen zusammen.
Wenn Schlaf über längere Zeit gestört ist, kann das deshalb weitreichende Auswirkungen haben – auf Stimmung, Stressregulation, Lernfähigkeit und körperliche Gesundheit.
Wenn der Alltag die innere Uhr verschiebt
Besonders deutlich wird die Bedeutung stabiler Schlafrhythmen bei Menschen mit Schichtarbeit. Studien zeigen, dass dauerhafte Verschiebungen der inneren Uhr mit verschiedenen gesundheitlichen Belastungen verbunden sein können.
Die Zeitumstellung ist zwar nur eine kurzfristige Veränderung. Trotzdem macht sie jedes Jahr sichtbar, wie sensibel unser Körper auf Veränderungen im Schlafrhythmus reagiert.
Viele Menschen merken erst in dieser Woche, wie wichtig ein stabiler Schlaf tatsächlich ist.
Vielleicht kennst du das selbst
Vielleicht hast du es schon einmal erlebt:
Nach einer schlechten Nacht fühlt sich der nächste Tag einfach schwerer an.
Der Körper reagiert empfindlicher, die Energie fehlt und Dinge, die sonst gut gehen, wirken plötzlich anstrengend. Manche Menschen berichten auch, dass Schmerzen an solchen Tagen stärker spürbar sind.
Oft versuchen wir dann, einfach weiterzumachen und hoffen, dass sich alles von selbst wieder einpendelt.
Doch Schlaf ist keine Nebensache unseres Lebens – er ist eine der wichtigsten Grundlagen dafür, wie wir uns fühlen, denken und bewegen.
Gerade rund um die Zeitumstellung wird vielen Menschen wieder bewusst, wie stark unser Wohlbefinden mit unserem Schlaf zusammenhängt.
Wenn dich interessiert, welche Möglichkeiten es gibt, Schlaf aus neurozentrierter Perspektive besser zu verstehen und zu unterstützen, stelle ich verschiedene Ansätze in meinem Seminar „Besser schlafen“ vor.
Der nächste Kurs findet in Barßel statt.
Nähere Informationen findest du im Kursprogramm.
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