Samstag, 14. Februar 2026

Unser Nervensystem – ein Haus mit mehreren Etagen

 

erstellt mit KI


Viele Menschen stellen sich das Nervensystem als etwas Unsichtbares und Kompliziertes vor. Tatsächlich arbeitet es nach einem sehr logischen Prinzip. Um das verständlich zu machen, hilft ein einfaches Bild: Unser Nervensystem funktioniert wie ein Haus mit mehreren Etagen. Jede Etage baut auf der darunterliegenden auf.


Erdgeschoss: Regulation und Überleben

Im Erdgeschoss liegen die wichtigsten Grundlagen. Hier geht es um Regulation und Überleben. Atmung, Gleichgewicht und der Vagusnerv sorgen dafür, dass unser Körper stabil funktioniert. Wenn diese Basis ruhig und gut reguliert ist, fühlt sich der Körper sicher an. Ist das Erdgeschoss jedoch instabil, wirkt sich das sofort auf alles darüber aus. 
Ein typisches Beispiel ist Heißhunger: Wenn Blutzucker stark schwankt, viel Stress vorhanden ist oder die Atmung flach und hektisch ist, versucht der Körper zunächst nur zu überleben. In diesem Zustand fällt es extrem schwer, vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Viele Menschen versuchen dann, auf der „obersten Etage“ zu arbeiten – sie schreiben einen Ernährungsplan oder nehmen sich strenge Regeln vor. Doch wenn das Erdgeschoss wackelt, kann die dritte Etage nicht stabil arbeiten. Der Plan scheitert nicht an mangelnder Disziplin, sondern an fehlender Regulation im Fundament.

Deshalb beginnt nachhaltige Veränderung immer hier: 
bei der Stabilisierung der Basis!


1. Etage: Sensorik und Wahrnehmung

Über eine Treppe gelangen wir in die erste Etage. Hier verarbeitet das Nervensystem Sinneseindrücke und Körperwahrnehmung.
Man unterscheidet zwei Bereiche:


Globale Sensorik: Sie beeinflusst unser allgemeines Befinden. Bei Dysregulation können Müdigkeit, Heißhunger oder ein dauerhaftes Stressgefühl auftreten.

          Lokale Sensorik: Sie betrifft einzelne Körperregionen. Hier entstehen zum Beispiel             Schmerz oder Instabilitätsgefühle.


Ein häufiger Fehler bei Schmerzen ist, diese Etage zu überspringen. Viele Betroffene versuchen sofort, mehr Bewegung zu machen. Doch das Gehirn kann nichts sinnvoll bewegen, was es nicht klar fühlen kann. Wenn die sensorische Wahrnehmung unscharf ist, arbeitet Bewegung gegen Widerstand. Erst wenn das Nervensystem wieder präzise Informationen aus dem Körper bekommt, kann Bewegung sicher und effizient werden.


2. Etage: Sicherheit und Orientierung

Die nächste Treppe führt in die Etage von Sicherheit und Orientierung. Hier geht es um Mobilisation und Bewegung. Der Körper lernt, sich effizient und sicher im Raum zu bewegen.Wenn diese Etage gut funktioniert, fühlen wir uns körperlich stabil. Bewegungen werden flüssiger und weniger anstrengend. 

Für viele Menschen – besonders bei Schmerzthemen – liegt hier bereits ein entscheidender Wendepunkt. Sobald das Nervensystem Sicherheit spürt, lässt es Schutzspannungen eher los.
Deshalb kann es sinnvoll sein, zunächst kleine, kontrollierte Bewegungen zu trainieren, statt den Körper direkt stark zu belasten.


3. Etage: Leistung und Verhalten

Noch eine Treppe höher befindet sich die Etage für Leistung und Verhalten. Hier sitzen Fähigkeiten wie Entscheidungsfähigkeit und Impulskontrolle. Diese Ebene ist wichtig für Planung, Zielsetzung und Selbststeuerung. Doch diese Fähigkeiten funktionieren nur zuverlässig, wenn die unteren Etagen stabil sind. Wer gestresst, müde oder körperlich unsicher ist, merkt schnell: Gute Vorsätze allein reichen nicht. Das ist kein persönliches Versagen, sondern eine logische Folge der Nervensystem-Organisation.


Der Dachboden: Unsere Ziele

Ganz oben im Haus stehen die Ziele, die sich viele Menschen wünschen: weniger Schmerz und Stress, bessere Beweglichkeit, ein gesundes Gewicht und guter Schlaf.
Interessant ist: Man muss nicht jede Etage perfekt ausbauen, um diese Ziele zu erreichen. Gerade bei Schmerz oder im Alltag reicht es oft, bis zur zweiten Etage – Sicherheit und Orientierung – zu arbeiten. Von dort führt gewissermaßen eine „Abkürzung“ direkt zu spürbaren Verbesserungen.


Warum dieses Modell im Alltag hilft

Das Hausmodell zeigt: Veränderungen im Nervensystem geschehen von unten nach oben. Wer nur an der obersten Etage arbeitet – an Disziplin, Motivation oder Leistung – übersieht oft das Fundament.
Wenn zuerst Regulation, Wahrnehmung und Sicherheit gestärkt werden, werden viele Probleme plötzlich einfacher. Entscheidungen fallen leichter, Bewegung fühlt sich besser an, und der Körper arbeitet nicht mehr gegen uns, sondern mit uns.

Nachhaltige Fortschritte entstehen also nicht durch Druck, sondern durch ein stabiles Fundament.


Komm gern ein Stück weiter mit!

Wenn du merkst, dass dein Nervensystem mehr Unterstützung gebrauchen kann, musst du diesen Weg nicht allein gehen. Ich teile regelmäßig kleine Impulse, Übungen und Gedanken, die dir helfen können, dein „Nervensystem-Haus“ Schritt für Schritt stabiler zu machen.

👉 In meinem Kanal auf WhatsApp bekommst du kurze, alltagstaugliche Anregungen, die du direkt ausprobieren kannst.

👉 Auf Instagram nehme ich dich mit hinter die Kulissen meiner Arbeit und teile zusätzliche Inspiration rund um Regulation, Bewegung und Nervensystem.

Wenn dich das anspricht, freue ich mich sehr, wenn du dazukommst. Dein Nervensystem darf lernen, sich wieder sicher und stark zu fühlen!


Freitag, 6. Februar 2026

Warum der Körper bremst, obwohl du dich bemühst

                               
                                                                         (Bild: KI)


Maria steht morgens im Bad und betrachtet ihren Körper im Spiegel. Nicht wertend, eher müde. Sie weiß, dass sie sich bewegen sollte. Sie weiß es schon lange. Für den Rücken. Für die Knie. Für das Gewicht, das sich in den letzten Jahren still und beharrlich angesammelt hat.

Später am Tag rollt sie die Matte aus. Eine einfache Übung, heißt es. Aufrecht stehen, ein Bein lösen, die Mitte aktivieren. Maria atmet ein. Und wieder aus. Doch irgendetwas kippt. Nicht sichtbar, aber spürbar. Der Atem wird enger. Der Standfuß sucht Halt, als würde der Boden schwanken. Ein Ziehen zieht durch den unteren Rücken, altbekannt, warnend.

Sie hält noch ein paar Sekunden durch. Dann setzt sie den Fuß ab. Erleichterung. Und gleichzeitig dieses leise Scheitern, das nicht laut ist, sondern sich langsam ablegt. Vielleicht bin ich einfach nicht stabil genug. Vielleicht ist mein Körper dafür nicht gemacht.

Warum funktioniert es bei Maria nicht?

Nicht, weil sie zu wenig tut. Nicht, weil sie zu schwer ist. Und auch nicht, weil ihr Körper versagt. Sondern weil er schützt.

Ich arbeite mit einem Hausmodell. Und in diesem Modell beginnt alles im Erdgeschoss. Dort liegen Atmung und Gleichgewicht. Sie gehören zur Überlebensebene des Nervensystems. Hier wird entschieden, ob Sicherheit vorhanden ist, ob Orientierung möglich ist, ob Belastung zugelassen werden kann. Schmerzen, lange Diätgeschichten, der Druck, funktionieren zu müssen, hinterlassen hier Spuren. Der Körper bleibt wachsam. Vorsichtig. Bereit, zu bremsen.

Maria versucht, die erste Etage zu betreten: Stabilität, Haltung, Kontrolle. Doch unten ist es noch unruhig. Die Treppe bleibt gesperrt. Nicht aus Trotz, sondern aus Fürsorge. Stabilität lässt sich nicht erzwingen. Sie entsteht erst dann, wenn der Körper sich sicher genug fühlt, um loszulassen.

Erst wenn die Atmung sich beruhigen darf und Gleichgewicht nicht mehr erkämpft werden muss, verändert sich etwas. Bewegung fühlt sich dann weniger nach Pflicht an. Der Körper beginnt, sich selbst zu tragen. Und erst auf dieser Basis können sich auch Schmerzen verändern und Gewicht regulieren – nicht durch Druck, sondern durch Vertrauen.


                                
                                                                   (Abbildung: KI)


Genau hier setzen zwei meiner Kurse an: Das Atemtraining bei Schmerz und Alltagsbelastung unterstützt die Regulation auf der untersten Ebene. Der Kurs Stabilität und Gleichgewicht schafft Orientierung und Vertrauen im eigenen Stand. Beide beginnen im Erdgeschoss. Nicht, um zu korrigieren, sondern um Voraussetzungen zu schaffen.

Vielleicht ist Maria nicht nur eine Geschichte. Vielleicht erkennst du dich in ihr wieder. Dann liegt das Problem nicht bei dir. Vielleicht hast du nur versucht, in einem Haus zu leben, dessen Erdgeschoss noch Aufmerksamkeit braucht.

Wenn du dein Erdgeschoss aufräumen und über die Treppe gehen möchtest, findest du die Termine im Kurskalender.

Und wenn du dir zwischen den Kursen regelmäßige, ruhige Impulse wünschst – ohne Algorithmus, ohne Lautstärke –, dann lade ich dich in meinen WhatsApp-Kanal ein. Dort teile ich Gedanken, kleine Übungen und Perspektiven rund um Schmerz, Bewegung und Regulation, genau dort, wo Veränderung leise beginnt.
Auf Instagram findest du mich ebenfalls, eher als begleitenden Ort.



Samstag, 31. Januar 2026

Die Koshi – kleine Klänge für den Alltag entdecken

 

Foto selbst erstellt



Manchmal braucht es nur einen kleinen Impuls, um den Moment anders wahrzunehmen. Genau dafür gibt es die Koshi, ein kleines, metallisches Instrument, das sanfte, lang klingende Töne erzeugt.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich das erste Mal einen Ton angeschlagen habe: Ein klarer, vibrierender Klang füllte den Raum. Kurz darauf bemerkte ich, wie sich die Aufmerksamkeit veränderte – nicht dramatisch, aber spürbar. Manche Menschen entspannen schnell beim Klang, andere nehmen ihn neutral wahr oder brauchen etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen. Alles ist richtig so.

Neurozentriert betrachtet wirken die Töne der Koshi wie kleine Impulse ans Nervensystem: Sie geben dem Gehirn Informationen über Schwingung, Tonhöhe und Resonanz. Das kann die Wahrnehmung im Körper schärfen und zeigt, wie fein unser System auf Geräusche reagiert. Schon wenige Sekunden des bewussten Hörens reichen, um die Wirkung nachzuvollziehen.


Ein kleiner Impuls zum Ausprobieren:


  • Anschlagen und einfach zuhören, ohne den Klang zu bewerten.

  • Beobachten, wie sich der Ton entwickelt und welche Nuancen hörbar werden.


Die Koshi ist kein „Muss“ und keine Entspannungsmaschine. Sie ist ein Instrument, das man entdecken kann, um zu sehen, wie Klänge entstehen und sich entfalten.


Wer möchte, kann die Koshi in Aktion sehen: Auf meinem WhatsApp Kanal gibt es ein kurzes Video mit der Koshi im Schnee!

Zum Video



Hinweis:

Die Nutzung von Instrumenten oder Übungen erfolgt auf eigene Verantwortung.


Sonntag, 25. Januar 2026

Entspannung hilft immer? Warum das ein gefährlicher Mythos ist

 


                                                                            Illustration erstellt mit KI


Entspannung hilft nicht immer – warum Sicherheit zuerst kommen muss

Der Dezember war geprägt von Migräne und fast dauerhaften Kopfschmerzen.
Bis ins neue Jahr hinein fühlte sich mein Nervensystem nicht nur erschöpft an – sondern völlig dysreguliert.

Was dabei passiert ist, kenne ich aus meiner Arbeit nur zu gut – diesmal habe ich es am eigenen Körper erlebt:
Dem Gehirn fehlt die Sicherheit. Und ein unsicheres Gehirn sucht Schutz.

Bei mir zeigte sich das sehr deutlich im oberen und unteren Rücken. Es fühlte sich an, als würde mein Körper diese Bereiche regelrecht abschnüren. Nach dem inneren Motto:
Was sich nur unter Schmerzen bewegt, bleibt wenigstens kontrollierbar – und damit sicher.

Mein PI-Wert war im Keller.
Wer meinen Vagusnerv-Kurs kennt, weiß, was das bedeutet.

Und genau hier liegt ein weit verbreiteter Irrtum.


Entspannung wäre in diesem Zustand der falsche Weg gewesen

In dieser Phase Entspannungsübungen, Dehnung oder „locker lassen“ zu wollen, hätte mein System nicht reguliert, sondern weiter verunsichert.

Ein unsicheres Gehirn kann nicht loslassen.
Es will nicht loslassen.
Loslassen fühlt sich dann nicht wie Erleichterung an – sondern wie Kontrollverlust.

Deshalb arbeite ich aktuell ganz bewusst nicht mit Entspannung, sondern mit minimalen, sehr gezielten Übungen, die meinem Nervensystem vor allem eines geben: Sicherheit.

Und erst jetzt – ganz langsam – beginnt sich etwas zu verändern.
Der Bewegungsumfang wird größer.
Der Körper lässt minimal nach.
Nicht, weil ich ihn dazu zwinge – sondern weil er es wieder darf.

Ich bin auf dem Weg, meinem Körper wieder mehr Entspannung und Vagusnerv-Stimulation zumuten zu dürfen.
Und genau dieses Dürfen ist entscheidend.


Der Mythos: Entspannung hilft immer

Vielleicht kennst du diesen Moment:
Du setzt dich hin, willst zur Ruhe kommen, atmest bewusst ein und aus –
und plötzlich fühlt sich alles schlechter an.

Der Kopf wird benommen.
Der Körper schwer.
Etwas stimmt nicht.

Und dann kommt der Gedanke:
Mit mir stimmt etwas nicht. Entspannung sollte doch helfen.

Aber genau hier liegt der Irrtum.

Unser Körper strebt nicht automatisch nach Entspannung.
Er strebt nach Sicherheit.

Nur wenn das Nervensystem sich sicher fühlt, kann es loslassen.
Fehlt diese Sicherheit, wird Ruhe schnell bedrohlich.
Dann ist Stillwerden kein Ankommen – sondern ein Wegdriften.

Manche Menschen sind nicht „zu angespannt“.
Sie sind innerlich bereits sehr weit unten.

Sie funktionieren.
Sie halten durch.
Aber sie fühlen sich nicht wirklich da.

Und wenn sie dann „noch mehr entspannen“ sollen, sackt das System weiter ab – statt sich zu stabilisieren.

Der Körper meldet sich dann leise:
mit Schwindel,
mit Leere,
mit dem Gefühl, nicht richtig im eigenen Körper zu sein.

Nicht, weil er sich wehrt.
Sondern weil er Schutz sucht.


Was dann wirklich hilft

In solchen Momenten hilft kein weiteres Loslassen.

Was hilft, ist:

  • Orientierung

  • Halt

  • das Gefühl: Ich bin hier. Jetzt. Und ich bin sicher.

Manchmal bedeutet das, sich aufzurichten.
Den Boden unter den Füßen zu spüren.
Den Raum wahrzunehmen.
In Kontakt zu kommen – mit sich selbst und mit der Welt außen.


Erst wenn diese Sicherheit wieder da ist, kann Entspannung entstehen.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, deren Nervensystem ständig unter Strom steht – wachsam, angespannt, auf Empfang.
Für sie kann Entspannung ein Geschenk sein.
Ein erstes Durchatmen.

Aber auch hier gilt: nicht grenzenlos.
Denn selbst Ruhe braucht ein Maß.


Das Nervensystem kennt kein „immer“

Es kennt nur jetzt.

Gesund ist nicht der Zustand permanenter Entspannung.
Gesund ist die Fähigkeit, wechseln zu können:

zwischen Aktivität und Ruhe
zwischen Spannung und Entlastung
zwischen innen und außen

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis:
Es geht nicht darum, sich immer weiter zu beruhigen.
Sondern darum, dem Körper zuzuhören.

Und manchmal sagt er eben nicht:
„Bitte entspann dich.“

Sondern:
„Bitte halt mich. Gib mir Stabilität. Lass mich wieder ankommen.“


Genau hier setzt mein Vagusnerv-Kurs an

Diese Erfahrung war auch der Anlass, meinen Kurs „Vagusnervstimulation“ noch einmal zu überarbeiten und zu vertiefen.

Nicht mit dem Ziel, dich möglichst schnell zu entspannen –
sondern mit der Frage:

Was braucht dein Nervensystem gerade wirklich?

Im Kurs lernst du:

  • unterschiedliche Zustände deines Nervensystems zu erkennen

  • einzuordnen, wann beruhigende Impulse sinnvoll sind

  • wann Stabilisierung wichtiger ist

  • und wann Aktivierung der bessere Weg sein kann

Nicht nach Schema F.
Sondern angepasst an dich und deinen Körper.

Denn echte Regulation entsteht nicht durch mehr Übungen.
Sondern durch das richtige Maß zur richtigen Zeit.


Kleine Impulse für den Alltag

Manchmal braucht es keine großen Konzepte.
Sondern kleine Erinnerungen.
Sanfte Impulse.
Worte, die einordnen – statt zu überfordern.

In meinem WhatsApp-Kanal teile ich regelmäßig kurze Gedanken, alltagstaugliche Übungen und Hinweise für ein nervensystemfreundliches Leben – ruhig, klar und ohne Druck.

Auf Instagram nehme ich dich mit in die praktische Seite der neurozentrierten Arbeit: kleine Erklärungen, Reflexionen und Impulse, die helfen, das eigene Nervensystem besser zu verstehen.

Wenn du magst, begleite ich dich dort ein Stück auf deinem Weg.

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Samstag, 17. Januar 2026

Warum Disziplin allein nicht reicht – und was dein Gehirn wirklich braucht

 

Canva


Der Jahresanfang ist noch jung – und trotzdem haben viele ihre guten Vorsätze bereits wieder aufgegeben.
Mehr Bewegung, gesünder essen, besser schlafen, Gewicht regulieren, weniger Stress.

Oft folgt dann schnell der Gedanke:

„Mir fehlt einfach die Disziplin.“

Doch genau hier lohnt sich ein Perspektivwechsel – aus Sicht des Gehirns.


Willenskraft ist keine unendliche Ressource

Disziplin und Willenskraft werden häufig überschätzt. Neurobiologisch betrachtet sind sie begrenzt verfügbar.
Sie kosten Energie – und zwar viel.

Jede bewusste Entscheidung, jedes „Ich reiß mich jetzt zusammen“ greift auf dieselben Ressourcen zurück, die du auch für:

  • Konzentration

  • Emotionsregulation

  • Impulskontrolle

benötigst. Ist die Energie knapp, bricht zuerst die Disziplin weg – nicht der gute Wille.


Warum dein Gehirn Gewohnheiten liebt

Unser Gehirn ist ein Energiesparorgan. Es liebt:

  • Bekanntes

  • Wiederholtes

  • Vorhersagbares

Gewohnheiten laufen automatisiert ab und benötigen kaum Energie.


Neues Verhalten dagegen kostet:

  • Aufmerksamkeit

  • Planung

  • Kontrolle

  • Unsicherheits-Toleranz

Für das Gehirn ist Neues zunächst nicht sicher. Und Unsicherheit bedeutet: höherer Energieverbrauch.

Wenn Energie ohnehin schon Mangelware ist, wird Veränderung zur echten Herausforderung – egal, wie motiviert du bist.


Verhalten ändern gelingt leichter, wenn Energie verfügbar ist

Die entscheidende Frage lautet also nicht:

„Warum halte ich nicht durch?“

sondern:

„Wie gut ist mein Energiesystem gerade versorgt?“


Die wichtigsten Energiegeber deines Nervensystems


🔹 Atmung

Die Atmung beeinflusst unmittelbar:

  • Stresslevel

  • Sauerstoffversorgung

  • Aktivität des Vagusnervs

Eine dysregulierte Atmung bedeutet: weniger Energie, mehr Stress.


🔹 Blutzucker

Starke Schwankungen im Blutzucker wirken sich direkt auf:

  • Impulskontrolle

  • Entscheidungsfähigkeit

  • Essverhalten

Ein instabiler Blutzucker macht Disziplin extrem schwer.


🔹 Schlaf

Im Schlaf regeneriert das Gehirn.
Schlafmangel reduziert:

  • Willenskraft

  • Emotionsregulation

  • Aktivität des Frontallappens

Ohne Schlaf kein stabiles Verhalten.


Der Frontallappen – dein innerer „Chef“

Der Frontallappen ist zuständig für:

  • Planung

  • Selbststeuerung

  • Zielorientiertes Verhalten

  • Impulskontrolle

Unter Stress, Schlafmangel oder Energiedefizit tritt er in den Hintergrund – ältere, automatisierte Muster übernehmen.

Die gute Nachricht:
👉 Der Frontallappen ist trainierbar.

Gezielte neurozentrierte Übungen können helfen, ihn wieder aktiver einzubinden – damit du im eigenen Gehirn wieder mehr „Chef“ wirst.


Disziplin ist kein Charaktermerkmal – sondern ein Systemzustand

Wenn Veränderung schwerfällt, liegt das selten an mangelnder Disziplin.
Meist fehlt dem System:

  • Sicherheit

  • Energie

  • Regulation

Wer zuerst für ausreichend Energie sorgt, macht Veränderung überhaupt erst möglich.


Unterstützung auf neurozentrierter Ebene

Wenn du dein Verhalten nicht über Druck, sondern über bessere Voraussetzungen verändern möchtest, können diese Kurse dich gezielt unterstützen:


  • Neurozentrierte Strategien für ein gutes Gewichtsmanagement

  • Vagusnervstimulation – Regulation, Ruhe & Regeneration

  • Besser Schlafen mit neurozentrierten Strategien

  • Atemtraining


Zwischen und begleitend zu den Kursen teile ich regelmäßig Wissen, Impulse und Übungen über:


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Veränderung beginnt nicht mit mehr Disziplin –
sondern mit einem Nervensystem, das genug Energie hat, um Neues zuzulassen.





Sonntag, 11. Januar 2026

Dysbalance im Nervensystem – wenn der innere Ausgleich verloren geht



                                                                       Canva

Fühlst du dich häufig innerlich unruhig, erschöpft und trotzdem „unter Strom“?

Schläfst schlecht, bist schneller gereizt oder hast das Gefühl, dein Körper kommt nicht mehr richtig zur Ruhe?

Dann lohnt sich ein Blick auf dein Nervensystem – genauer gesagt auf das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus.


Das vegetative Nervensystem – dein inneres Steuerzentrum

Unser vegetatives (autonomes) Nervensystem arbeitet rund um die Uhr und steuert lebenswichtige Funktionen wie:

  • Atmung

  • Herzfrequenz

  • Verdauung

  • Schlaf

  • Immunabwehr

  • Regeneration


Es besteht aus zwei Gegenspielern:


  • Sympathikus – Aktivierung, Leistung, Stress („Gas geben“)

  • Parasympathikus – Entspannung, Regeneration, Heilung („Bremse lösen“)


Gesundheit entsteht dort, wo beide Systeme flexibel wechseln können. Problematisch wird es, wenn eines dauerhaft dominiert.


Wenn der Sympathikus dauerhaft übernimmt

Bei anhaltendem Stress – mental, emotional oder körperlich – bleibt der Sympathikus häufig chronisch aktiv. Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus.

Kurzfristig sinnvoll – langfristig jedoch belastend.

Mögliche Folgen dieser Dysbalance:


🔹 Schlafprobleme

Stresshormone beeinflussen maßgeblich unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.
Ist das System abends noch „auf Alarm“, fällt das Einschlafen schwer oder der Schlaf bleibt oberflächlich und wenig erholsam.

🔹 Nachlassende Immunfunktion

Ein dauerhaft aktivierter Sympathikus schwächt die Immunabwehr.
Infekte treten häufiger auf, Entzündungen können schlechter reguliert werden.

🔹 Schlechtere Regeneration

Regeneration findet im Parasympathikus statt – insbesondere über den Vagusnerv.
Ist dieser unteraktiv, fühlen wir uns trotz Pausen nicht wirklich erholt.

🔹 Verdauung, Hunger & Durst geraten aus dem Gleichgewicht

Stress hemmt die Verdauung. Typische Anzeichen:

  • Blähungen

  • Völlegefühl

  • unregelmäßiger Hunger

  • fehlendes oder übersteigertes Durstgefühl

Der Körper schaltet auf „Überleben“ statt auf „Verarbeiten“.

🔹 Innere Unruhe

Ein permanentes Gefühl von Getrieben-Sein, Nervosität oder Anspannung ist ein häufiges Zeichen dafür, dass das Nervensystem keinen sicheren Ruhemodus mehr findet.


Wie steht es um dein Nervensystem?

Vielleicht erkennst du dich in einigen Punkten wieder.
Wichtig ist: Das ist kein persönliches Versagen, sondern eine nachvollziehbare Reaktion deines Körpers auf anhaltende Anforderungen.

Die entscheidende Frage lautet nicht:

„Was stimmt nicht mit mir?“

sondern:

„Was braucht mein Nervensystem gerade?“

Bewusstsein ist der erste Schritt. Erst wenn wir wahrnehmen, in welchem Zustand unser Nervensystem ist, können wir gezielt regulieren – über Atmung, Bewegung, Wahrnehmung, Schlafrhythmen und sichere Routinen.


Möchtest du dein Nervensystem besser verstehen und regulieren lernen?


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  • alltagstaugliche Impulse zur Nervensystem-Regulation

  • einfache Atem- und Wahrnehmungsübungen

  • neurozentrierte Strategien für mehr Ruhe, besseren Schlaf und Regeneration


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Dein Nervensystem hört immer zu –
die Frage ist nur, was es von dir bekommt.

Samstag, 3. Januar 2026

Wo bleibt eigentlich das Fett, wenn man abnimmt – und was hat deine Atmung damit zu tun?

               

                                                                                           Canva

                           

Der Jahresbeginn ist für viele der Moment, an dem sie etwas verändern möchten: mehr Energie, weniger Stress und vielleicht auch ein paar Kilo weniger. Doch kaum jemand stellt sich die entscheidende Frage:

Wo bleibt eigentlich das Fett, wenn man abnimmt?

Es wird nicht „verbrannt“ oder ausgeschwitzt – das meiste verlässt deinen Körper über die Atmung.

Wenn Fett abgebaut wird, entstehen CO₂ und Wasser.
Etwa 84 % des abgebauten Fettes wird ausgeatmet.

Das macht die Atmung zu einem zentralen, aber oft unterschätzten Faktor für Stoffwechsel, Energie und Wohlbefinden.

Warum der Jahresanfang ideal für Atemarbeit ist

Bevor du neue Trainingspläne startest oder Routinen veränderst, lohnt sich ein Blick auf das Fundament: deine Atmung.

Sie beeinflusst:

  • Energie & Konzentration

  • Regenerationsfähigkeit

  • Beweglichkeit & Haltung

  • Stressniveau

  • Schlafqualität

Eine funktionale Atmung macht vieles leichter – in Bewegung, im Alltag und auch beim Abnehmen.


Kostenloses E-Book: „Die Kraft der Atmung“

Wenn du genauer verstehen möchtest:

  • wie Atembewusstsein funktioniert,

  • welche einfachen Tests dir zeigen, wie deine Atmung arbeitet,

  • und wie du mit kleinen Übungen sofort Veränderungen spüren kannst,

dann lade dir hier das E-Book als pdf-Datei herunter.

Es enthält praktische Einblicke in das Atembewusstseins-Training – inklusive eines Check-ins und Check-outs, den du direkt ausprobieren kannst:

E-Book hier downloaden


Du möchtest weitere Informationen, die dich inspirieren und begleiten, damit kleine, nachhaltige Veränderungen in Bewegung, Entspannung und Alltag Schritt für Schritt möglich werden? Mein WhatsApp-Kanal bietet regelmäßig Inhalte, die dich im Alltag unterstützen – von Blog-Highlights der Woche über praktische Mini-ÜbungenWissenshäppchen zu Gesundheit, Schmerzen, Entspannung und Nervensystem bis hin zu aktuellen Kursinformationen und Umfragen. Ergänzt werden diese Beiträge durch Videos, die Übungen und Tipps anschaulich demonstrieren.

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Unser Nervensystem – ein Haus mit mehreren Etagen

  erstellt mit KI Viele Menschen stellen sich das Nervensystem als etwas Unsichtbares und Kompliziertes vor. Tatsächlich arbeitet es nach ei...