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Sonntag, 5. April 2026

Düfte für den Vagusnerv – kleine Geruchspausen für mehr Ruhe im Nervensystem

 

Bild erstellt mit KI



Manchmal braucht unser Nervensystem nur einen kleinen Impuls, um aus dem Stressmodus herauszufinden.

Ein Duft kann genau so ein Impuls sein.


Vielleicht kennst du das: Du öffnest eine frisch gemahlene Packung Kaffee – und sofort verändert sich etwas. Der Duft ist warm, vertraut, vielleicht sogar ein bisschen tröstlich. Für viele Menschen wirkt allein dieser Geruch beruhigend.

Unser Gehirn reagiert besonders schnell auf Düfte. Der Geruchssinn ist direkt mit den Bereichen verbunden, die Emotionen und Erinnerungen verarbeiten. Deshalb können bestimmte Gerüche unser Nervensystem rasch in Richtung Entspannung lenken.

Gerade der Vagusnerv, der wichtige Ruhe- und Regenerationsprozesse im Körper unterstützt, reagiert sensibel auf solche Signale von Sicherheit und Wohlbefinden.


Eine kleine Duft-Idee für unterwegs

Ein einfacher Trick kann sein, eine kleine Dose mit einem Lieblingsduft dabeizuhaben.

Viele Menschen mögen zum Beispiel frisch gemahlenen Kaffee. Du könntest etwas Kaffeepulver in eine kleine Dose geben und sie unterwegs immer wieder öffnen. Ein paar ruhige Atemzüge über dem Duft reichen oft schon.

Auch andere Düfte können angenehm wirken, zum Beispiel:

  • Vanille – warm und geborgen
  • Orange – frisch und aufhellend
  • Lavendel – beruhigend und ausgleichend
  • Zitrone – klar und belebend
  • Rosmarin – wach und fokussierend

Entscheidend ist nicht der „richtige“ Duft, sondern der Duft, den du persönlich als angenehm empfindest.


Den Duft mit Sicherheit verknüpfen

Du kannst den Duft auch bewusst ankern.

Das funktioniert so:
Jedes Mal, wenn du an deinem Duft riechst, verbindest du ihn mit einem kurzen Satz, zum Beispiel:

„Ich bin in Sicherheit.“

Mit der Zeit kann dein Nervensystem lernen, diesen Duft automatisch mit diesem Gefühl zu verbinden.


Eine kleine Duftmeditation

Eine einfache Duftmeditation kann helfen, diesen Effekt zu vertiefen:

  1. Öffne deine Duftdose.
  2. Atme ruhig durch die Nase ein.
  3. Nimm den Geruch bewusst wahr.
  4. Spüre einen Moment nach, wie dein Körper reagiert.
  5. Wiederhole innerlich: Ich bin in Sicherheit.


Eine Anleitung zur Duftmeditation mit einem ätherischen Öl findest du in meinem WhatsApp-Kanal.


Über den Einsatz ätherischer Öle bei Schmerzen habe ich ebefalls einen Blogartikel geschrieben.


Kleine Signale mit großer Wirkung

Unser Nervensystem reagiert auf viele kleine Signale. Düfte können eines davon sein. Sie erinnern den Körper daran, dass nicht immer Alarmzustand herrschen muss.

Manchmal genügt schon ein kurzer Atemzug über einer kleinen Dose Kaffee.

Ein Moment, der sagt:
Alles ist gut.


Dienstag, 28. Oktober 2025

Mein neurozentrierter Weg aus dem Tennisarm

 

Wie ich aktiv selbst etwas für meinen linken Arm tue


Wichtiger Hinweis:
Die folgenden Schritte beschreiben meinen persönlichen Weg in der Selbstbehandlung meines Tennisarms. Sie stellen keine Anleitung oder Empfehlung zum Nachmachen dar. Alle Übungen habe ich individuell auf mich abgestimmt und in meiner eigenen neurozentrierten Arbeit positiv getestet. Bei ähnlichen Beschwerden kann sich eine ganz andere Herangehensweise als sinnvoll erweisen.


Bild 1 – Mit Orthese




Auf dem ersten Bild ist mein linker Arm mit einer Orthese zu sehen. Diese wurde mir vom Orthopäden verschrieben und stabilisiert das Ellenbogengelenk im Alltag.
Während meiner neurozentrierten Übungen nehme ich sie bewusst ab – denn ich möchte, dass mein Nervensystem echte, unverfälschte Rückmeldungen aus dem betroffenen Bereich erhält. Nur so kann mein Gehirn neue, präzise Informationen über die Position, Bewegung und Empfindung des Arms verarbeiten. Eine Orthese würde diese sensorische Rückmeldung dämpfen.


Bild 2 – Atemgürtel zur Vagusnerv-Stimulation





Hier trage ich einen Atemgürtel, der den Vagusnerv über die Bewegung des Zwerchfells sanft stimuliert.

Der Vagusnerv ist ein wichtiger Teil unseres parasympathischen Nervensystems – er wirkt beruhigend, entzündungshemmend und schmerzregulierend. Durch die Kombination mit gezielter Atmung kann ich die Wirkung meiner Übungen deutlich verstärken und mein System in einen regulierteren, ruhigeren Zustand bringen.


Bild 3 & 4 – Der erste Reiz: Riechen






Bevor ich mit den körperlichen Übungen starte, beginne ich mit dem Geruchssinn. Auf den Bildern halte ich die Düfte Zitrone und Tonka unter die Nase – zwei meiner Favoriten.

Der Riechnerv (Hirnnerv I) ist der direkteste Zugang zum Gehirn und steht in enger Verbindung zu den emotionalen und autonomen Zentren.
Indem ich ihn zuerst aktiviere, bereite ich mein Nervensystem auf die nachfolgenden Reize vor. Düfte können über das limbische System unmittelbar Stimmung, Aufmerksamkeit und Entspannung beeinflussen. Tonka wird zudem nachgesagt, chronische Schmerzen positiv zu beeinflussen – bei mir wirkt er angenehm beruhigend.


Bild 5 – Sensorische Stimulation




Im nächsten Schritt arbeite ich mit einem kühlenden Metallstück, mit dem ich meinen Unterarm und den Ellenbogen sanft ausreibe.
Diese sensorische Stimulation verbessert die Wahrnehmung des betroffenen Areals.
In der Neuroarbeit gilt: Sensorik geht vor Motorik – erst wenn das Gehirn klare sensorische Informationen bekommt, kann es Bewegungen sicher und effizient steuern. Das sanfte Kühlen wirkt zusätzlich schmerzlindernd und reduziert Spannungen im Gewebe.


Bild 6 – Spiegelgelenk: das rechte Knie




Statt meinen empfindlichen linken Ellenbogen direkt zu bewegen, mobilisiere ich zunächst das rechte Knie – das sogenannte Spiegelgelenk.
Hintergrund: In der neurozentrierten Arbeit wird das Gehirn über Bewegung benachbarter oder spiegelbildlicher Gelenke angesprochen. Wenn ein Gelenk überempfindlich reagiert, kann das Training des gegenüberliegenden Gelenks helfen, das Gehirn neu zu „kalibrieren“.
Das Knie kreise ich in verschiedenen Positionen, um sichere Bewegungsinformationen ans Nervensystem zu schicken – ohne Schmerzreiz.


Bild 7 & 8 – Hand- und Schultermobilisation







Dann folgen Bewegungen, die mein Gehirn wieder an harmonische Bewegungsmuster erinnern:

Ich zeichne mit dem Handgelenk eine liegende Acht in die Luft und anschließend mit dem ausgestreckten Arm – aus der Schulter heraus – ebenfalls eine.
Diese koordinativen Bewegungen verbessern das Zusammenspiel von Schulter, Arm und Hand und fördern die neuronale Kontrolle entlang der gesamten Bewegungskette.


Bild 9 – Nervendehnung des Speichennervs




Auf diesem Bild bin ich bei der Nervendehnung des Speichennervs (Nervus radialis) in einer für mich angenehmen Entspannungsposition zu sehen.
Das Ziel ist nicht, den Nerv maximal zu dehnen, sondern ihn sanft in seiner Gleitfähigkeit zu unterstützen. Diese Technik kann helfen, Spannungszustände entlang der Nervenbahn zu reduzieren und die Beweglichkeit schmerzfreier zu gestalten.
Entscheidend ist dabei das individuelle Empfinden – für mich fühlt sich diese Position wohltuend und entspannend an.


Bild 10 – Atemübung mit App-Unterstützung




Zum Abschluss unterstütze ich meinen Körper erneut über den Vagusnerv:
Mit der App Breathe lasse ich mich durch eine Atemübung führen – 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 6 Sekunden ausatmen.
Diese Art der Atmung aktiviert den Parasympathikus, reduziert Stresshormone und wirkt regulierend auf Entzündungsprozesse. Ich mache sie ohnehin fast täglich – hier rundet sie meine neurozentrierte Selbstbehandlung ideal ab.


Fazit

Bis zu meinem nächsten Physiotermin kann ich mit diesen individuell auf mich abgestimmten Übungen aktiv etwas tun – und meinem Nervensystem gezielt helfen, Schmerzen zu reduzieren, Bewegung sicherer zu machen und Heilungsprozesse zu unterstützen.

Dienstag, 8. April 2025

Ätherische Öle gegen Schmerzen

 

Foto selbst erstellt


In der Aromatherapie wird mit ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen und Pflanzenwässern gearbeitet. Sie dienen der ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge, der Mobilisierung der Selbstheilungskräfte und der Stärkung des Immunsystems. Die Kultur der Düfte existiert wahrscheinlich schon seit über 5000 Jahren!

Die Wirkung ätherischer Öle ist komplex, denn sie wirken sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene. Da sie hochkonzentrierte Pflanzenextrakte sind, ist es wichtig, sich an die Dosierungsempfehlungen zu halten! Bei der Anwendung auf der Haut sollten sie verdünnt werden. Nur Pfefferminz und Lavendel dürfen pur auf die Haut! Der direkte Kontakt mit Augen und Schleimhäuten sollte vermieden werden. 
Bei empfindlicher Haut oder dem Verdacht auf eine Allergie, sollte ein Ellenbeugentest durchgeführt werden. Ätherisches Öl dazu in eine kleine Menge fettes Pflanzenöl mischen (z. B. Mandelöl) und in der Ellenbeuge auftragen. Tritt nach 10-20 Minuten keine Hautreaktion auf, kann das ätherische Öl bedenkenlos verwendet werden. 

Aber nun zu den Empfehlungen bei akuten Schmerzen:

👉 

Grundsätzlich ist bei allen chronischen Erkrankungen Tonka zu empfehlen. 
Tonka macht "glücklich" und hat eine schmerzlindernde Wirkung. Einfach ein 
paar Tropfen auf ein Kosmetikpad o. ä. geben und darin riechen. Alternativ kann
Lavendel verwendet werden, da auch Lavendel eine schmerzlösende Wirkung
zeigt.

👉 

Bei Stresskopfschmerzen kann mit Pfefferminz gearbeitet werden. Hieran kann
man riechen oder man trägt ein wenig auf die Schläfen, den Handpuls und dem
Nacken auf. Aber vorsicht: Pfefferminz darf bei Kindern unter 6 Jahren nicht
verwendet werden!

👉 

Wer Pfefferminz überhaupt nicht mag, kann es bei Stresskopfschmerzen auch
mit Basilikum versuchen.

👉 

Bei hormonell bedingten Kopfschmerzen empfiehlt sich Rosengeranie.

👉 

Grundsätzlich bei allen Kopfschmerzarten ist eine Nackeneinreibung möglich.
Hierzu stellt man eine Mischung aus 1 Tropfen Majoran mit 2 Tropfen    
Basilikum in 1 Esslöffel Mandelöl her.

👉 

Fibromyalgie-Erkrankte können es mit Rose, Melisse oder Cajeput versuchen.

👉 

Bei Athrose bieten sich Lavendel, Rosmarin, Cajeput und Zeder an. 
   

Der Star aller Hirnnerven: der Vagusnerv

                                                                                                Canva Du bist erschöpft, aber kannst nicht a...