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Sonntag, 12. Juli 2026

Nie mehr trockene Augen – hast du das schon probiert?

 


Bilder erstellt mit KI


Es beginnt oft unscheinbar.

Ein leichtes Brennen am Abend.
Ein Gefühl, als würde etwas im Auge „stören“, obwohl nichts zu sehen ist.
Oder dieses ständige Bedürfnis zu blinzeln, zu reiben, kurz wegzuschauen.

Viele kennen das – und ordnen es lange als „normal“ ein.


Gerade Menschen, die ohnehin mit chronischen Beschwerden oder Schmerzen leben, berichten häufig, dass solche Reizsymptome zusätzlich Kraft kosten. Nicht dramatisch im akuten Moment, aber dauerhaft. Wie ein leiser Hintergrundstress.

Und genau dieser Hintergrundstress hat einen Namen, der oft unterschätzt wird: 

trockene Augen.

Laut der KORA-Age-Study (Reitmeir P, Linkohr B, Heier M et al. Common eye diseases in older adults of southern Germany: results from the KORA-Age Study. Age and Ageing 2017, 46:481-486) sind rund 14 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Gleichzeitig zeigen Erhebungen, dass etwa 80 % der Bevölkerung Symptome von digitalem Augenstress erleben (Kuratorium Gutes Sehen e.V. in Deutschland, Juni 2013, Bildschirmnutzung und Auswirkungen auf die Gesundheit).

Was viele nicht erwarten: Die Beschwerden sind selten eindeutig.


Wenn die Augen widersprüchlich reagieren

Trockene Augen zeigen sich nicht nur als Trockenheit.

Typisch sind auch:

  • brennende Augen
  • juckende Augen
  • gerötete Augen
  • tränende Augen
  • schnelle Ermüdung
  • Fremdkörpergefühl

Gerade das Tränen wirkt oft verwirrend. Denn eigentlich „ist ja genug Flüssigkeit da“. Tatsächlich versucht das Auge in solchen Situationen häufig, eine instabile Oberfläche zu kompensieren – ein System, das aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Für viele Betroffene fühlt sich das nicht wie ein einzelnes Symptom an, sondern eher wie ein wechselndes Reizgefühl, das schwer einzuordnen ist.


Was im Alltag oft übersehen wird

In Gesprächen mit Betroffenen taucht ein Muster immer wieder auf: Die Augen bekommen selten echte Pausen.

Nicht unbedingt im Sinne von „zu viel Belastung“, sondern eher im Sinne von fehlender Entlastung.

Auch bei Menschen mit chronischen Schmerzen oder erhöhter Nervensensibilität kann das relevant sein. Denn das Nervensystem reagiert nicht nur auf Schmerzsignale aus Muskeln oder Gelenken, sondern auch auf anhaltende Reizverarbeitung – dazu gehören auch die Augen.

Und genau hier setzen sehr einfache Unterbrechungen an.


Eine kleine Pause für das visuelle System

Die sogenannte 20/20/20-Regel ist dabei weniger eine „Übung“ als eine kurze Umstellung des Blickverhaltens:

Alle 20 Minuten
→ für 20 Sekunden
→ etwa 6 Meter (=20 Fuß) in die Ferne schauen.

Dieser kurze Wechsel entlastet die dauerhafte Nahfokussierung. Viele beschreiben danach ein kurzfristig ruhigeres, weniger angespanntes Augengefühl.


Wärme, Dunkelheit, Reduktion

Ein weiterer Ansatz ist das sogenannte Palmieren.

Dabei werden die Hände kurz aneinandergerieben und anschließend locker über die geschlossenen Augen gelegt – ohne Druck, ohne Ziel, nur als kurze Abschirmung von Licht und Reizen.

Für viele entsteht dabei ein Moment, in dem sich die Augen „zurücknehmen“ dürfen.

Im Anschluss hilft es oft, ein paar Mal bewusst zu blinzeln. Nicht mechanisch, sondern langsam und wahrnehmend.

Das unterstützt die Verteilung des Tränenfilms und kann das subjektive Reizgefühl kurzfristig beruhigen.





Kleine Interventionen, große Alltagswirkung

Diese Maßnahmen ersetzen keine medizinische Abklärung, wenn Beschwerden anhalten oder sich verstärken. Aber sie zeigen etwas Wichtiges:

Entlastung muss nicht groß sein, um spürbar zu werden.

Gerade bei Menschen, die ohnehin mit chronischen Belastungen leben, können solche kleinen Unterbrechungen einen Unterschied im Alltag machen – nicht als Lösung für alles, sondern als kurze Reduktion von Dauerreiz.

Wenn solche alltagsnahen Impulse rund um Nervensystem, Wahrnehmung und chronische Beschwerden interessant für dich sind, gibt es ergänzend einen WhatsApp-Channel mit kurzen, praktischen Übungen und verständlichen Hintergründen.




Dienstag, 4. November 2025

Digital Detox trifft Neuro-Entspannung

 Warum wir offline wieder atmen lernen – gerade bei Schmerzen




Ich ertappe mich selbst regelmäßig dabei: Ich schaue „nur ganz kurz“ auf mein Handy – und plötzlich ist eine halbe Stunde vergangen. Oder mehr. Danach fühle ich mich nicht etwa entspannter, sondern erschöpft und gereizt. Meine Laune sinkt. Der Kopf wirkt voll, der Körper leer.

Dabei weiß ich genau, warum das passiert.
Unsere digitale Welt liefert pausenlos kleine Belohnungen. Ein Wisch, ein Klick – Dopamin! Unser Gehirn liebt das. Es sucht ständig nach dem nächsten Reiz, dem nächsten Highlight. Doch diese kurzen Glückskicks haben einen Preis: Unser Nervensystem gerät immer mehr in Alarmbereitschaft.

Als Neuro-Entspannungspädagogin ist mir das längst bewusst – und genau deshalb hat mich meine Fortbildung zur Digital-Detox-Trainerin so begeistert. Denn hier treffen zwei Welten aufeinander, die sich gegenseitig verstärken:
Dort die schnelle, reizintensive, belohnungsgetriebene Online-Welt –
hier das Grundbedürfnis unseres Nervensystems nach Ruhe, Orientierung, Sicherheit.

Gerade bei chronischen Schmerzen spielt das eine große Rolle!

Wenn Stress und digitale Reizüberflutung unser Schmerzsystem anschieben, fühlt sich alles schneller zu viel an: Geräusche, Termine, Emotionen – und auch körperliche Beschwerden. Dopamin kann uns pushen, aber auch anfälliger für Überlastung machen. Ausgleichende Pausen sind kein Wellness-Extra. Sie sind essentielle Neurohygiene.

Offline-Momente wirken wie ein Reset für das Gehirn.

Sie schaffen Raum für langsame Prozesse, für Regeneration, für echte Erholung. Sie erinnern uns daran, dass die Welt draußen nicht über einen Bildschirm definiert ist – sondern durch Atmen, Fühlen, Erleben.

Wenn wir uns erlauben, aus dem digitalen Dauerfeuer auszusteigen, passiert etwas Großartiges:
Wir spüren uns selbst wieder.

Und genau darum geht es in meiner Arbeit.
Nicht darum, digitale Medien zu verteufeln. Sondern darum, die Balance zurückzuholen. Zwischen Außen und Innen. Zwischen Reiz und Ruhe. Zwischen Dopaminkick und tiefer Energie.

Ich selbst profitiere sehr davon – und möchte dieses Wissen weitergeben.
Denn ein Nervensystem, das sich sicher und entspannt fühlt, heilt besser, bewegt sich besser, lebt besser.

Wenn du mehr über Digital Detox und Neuro-Entspannung wissen möchtest:

Stell mir gerne deine Fragen!

Im Rahmen meiner Aktion „Eure Fragen – meine Antworten“ beantworte ich zum Nikolaustag alle eingesendeten Fragen in einem neuen Blogbeitrag – online für alle sichtbar.

Ich freue mich auf den Austausch.
Für dich. Für mehr Offline-Momente. Für ein Nervensystem, das wieder aufatmen darf. ✨


Der Star aller Hirnnerven: der Vagusnerv

                                                                                                Canva Du bist erschöpft, aber kannst nicht a...