Sonntag, 25. Januar 2026

Entspannung hilft immer? Warum das ein gefährlicher Mythos ist

 


                                                                            Illustration erstellt mit KI


Entspannung hilft nicht immer – warum Sicherheit zuerst kommen muss

Der Dezember war geprägt von Migräne und fast dauerhaften Kopfschmerzen.
Bis ins neue Jahr hinein fühlte sich mein Nervensystem nicht nur erschöpft an – sondern völlig dysreguliert.

Was dabei passiert ist, kenne ich aus meiner Arbeit nur zu gut – diesmal habe ich es am eigenen Körper erlebt:
Dem Gehirn fehlt die Sicherheit. Und ein unsicheres Gehirn sucht Schutz.

Bei mir zeigte sich das sehr deutlich im oberen und unteren Rücken. Es fühlte sich an, als würde mein Körper diese Bereiche regelrecht abschnüren. Nach dem inneren Motto:
Was sich nur unter Schmerzen bewegt, bleibt wenigstens kontrollierbar – und damit sicher.

Mein PI-Wert war im Keller.
Wer meinen Vagusnerv-Kurs kennt, weiß, was das bedeutet.

Und genau hier liegt ein weit verbreiteter Irrtum.


Entspannung wäre in diesem Zustand der falsche Weg gewesen

In dieser Phase Entspannungsübungen, Dehnung oder „locker lassen“ zu wollen, hätte mein System nicht reguliert, sondern weiter verunsichert.

Ein unsicheres Gehirn kann nicht loslassen.
Es will nicht loslassen.
Loslassen fühlt sich dann nicht wie Erleichterung an – sondern wie Kontrollverlust.

Deshalb arbeite ich aktuell ganz bewusst nicht mit Entspannung, sondern mit minimalen, sehr gezielten Übungen, die meinem Nervensystem vor allem eines geben: Sicherheit.

Und erst jetzt – ganz langsam – beginnt sich etwas zu verändern.
Der Bewegungsumfang wird größer.
Der Körper lässt minimal nach.
Nicht, weil ich ihn dazu zwinge – sondern weil er es wieder darf.

Ich bin auf dem Weg, meinem Körper wieder mehr Entspannung und Vagusnerv-Stimulation zumuten zu dürfen.
Und genau dieses Dürfen ist entscheidend.


Der Mythos: Entspannung hilft immer

Vielleicht kennst du diesen Moment:
Du setzt dich hin, willst zur Ruhe kommen, atmest bewusst ein und aus –
und plötzlich fühlt sich alles schlechter an.

Der Kopf wird benommen.
Der Körper schwer.
Etwas stimmt nicht.

Und dann kommt der Gedanke:
Mit mir stimmt etwas nicht. Entspannung sollte doch helfen.

Aber genau hier liegt der Irrtum.

Unser Körper strebt nicht automatisch nach Entspannung.
Er strebt nach Sicherheit.

Nur wenn das Nervensystem sich sicher fühlt, kann es loslassen.
Fehlt diese Sicherheit, wird Ruhe schnell bedrohlich.
Dann ist Stillwerden kein Ankommen – sondern ein Wegdriften.

Manche Menschen sind nicht „zu angespannt“.
Sie sind innerlich bereits sehr weit unten.

Sie funktionieren.
Sie halten durch.
Aber sie fühlen sich nicht wirklich da.

Und wenn sie dann „noch mehr entspannen“ sollen, sackt das System weiter ab – statt sich zu stabilisieren.

Der Körper meldet sich dann leise:
mit Schwindel,
mit Leere,
mit dem Gefühl, nicht richtig im eigenen Körper zu sein.

Nicht, weil er sich wehrt.
Sondern weil er Schutz sucht.


Was dann wirklich hilft

In solchen Momenten hilft kein weiteres Loslassen.

Was hilft, ist:

  • Orientierung

  • Halt

  • das Gefühl: Ich bin hier. Jetzt. Und ich bin sicher.

Manchmal bedeutet das, sich aufzurichten.
Den Boden unter den Füßen zu spüren.
Den Raum wahrzunehmen.
In Kontakt zu kommen – mit sich selbst und mit der Welt außen.


Erst wenn diese Sicherheit wieder da ist, kann Entspannung entstehen.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, deren Nervensystem ständig unter Strom steht – wachsam, angespannt, auf Empfang.
Für sie kann Entspannung ein Geschenk sein.
Ein erstes Durchatmen.

Aber auch hier gilt: nicht grenzenlos.
Denn selbst Ruhe braucht ein Maß.


Das Nervensystem kennt kein „immer“

Es kennt nur jetzt.

Gesund ist nicht der Zustand permanenter Entspannung.
Gesund ist die Fähigkeit, wechseln zu können:

zwischen Aktivität und Ruhe
zwischen Spannung und Entlastung
zwischen innen und außen

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis:
Es geht nicht darum, sich immer weiter zu beruhigen.
Sondern darum, dem Körper zuzuhören.

Und manchmal sagt er eben nicht:
„Bitte entspann dich.“

Sondern:
„Bitte halt mich. Gib mir Stabilität. Lass mich wieder ankommen.“


Genau hier setzt mein Vagusnerv-Kurs an

Diese Erfahrung war auch der Anlass, meinen Kurs „Vagusnervstimulation“ noch einmal zu überarbeiten und zu vertiefen.

Nicht mit dem Ziel, dich möglichst schnell zu entspannen –
sondern mit der Frage:

Was braucht dein Nervensystem gerade wirklich?

Im Kurs lernst du:

  • unterschiedliche Zustände deines Nervensystems zu erkennen

  • einzuordnen, wann beruhigende Impulse sinnvoll sind

  • wann Stabilisierung wichtiger ist

  • und wann Aktivierung der bessere Weg sein kann

Nicht nach Schema F.
Sondern angepasst an dich und deinen Körper.

Denn echte Regulation entsteht nicht durch mehr Übungen.
Sondern durch das richtige Maß zur richtigen Zeit.


Kleine Impulse für den Alltag

Manchmal braucht es keine großen Konzepte.
Sondern kleine Erinnerungen.
Sanfte Impulse.
Worte, die einordnen – statt zu überfordern.

In meinem WhatsApp-Kanal teile ich regelmäßig kurze Gedanken, alltagstaugliche Übungen und Hinweise für ein nervensystemfreundliches Leben – ruhig, klar und ohne Druck.

Auf Instagram nehme ich dich mit in die praktische Seite der neurozentrierten Arbeit: kleine Erklärungen, Reflexionen und Impulse, die helfen, das eigene Nervensystem besser zu verstehen.

Wenn du magst, begleite ich dich dort ein Stück auf deinem Weg.

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Samstag, 17. Januar 2026

Warum Disziplin allein nicht reicht – und was dein Gehirn wirklich braucht

 

Canva


Der Jahresanfang ist noch jung – und trotzdem haben viele ihre guten Vorsätze bereits wieder aufgegeben.
Mehr Bewegung, gesünder essen, besser schlafen, Gewicht regulieren, weniger Stress.

Oft folgt dann schnell der Gedanke:

„Mir fehlt einfach die Disziplin.“

Doch genau hier lohnt sich ein Perspektivwechsel – aus Sicht des Gehirns.


Willenskraft ist keine unendliche Ressource

Disziplin und Willenskraft werden häufig überschätzt. Neurobiologisch betrachtet sind sie begrenzt verfügbar.
Sie kosten Energie – und zwar viel.

Jede bewusste Entscheidung, jedes „Ich reiß mich jetzt zusammen“ greift auf dieselben Ressourcen zurück, die du auch für:

  • Konzentration

  • Emotionsregulation

  • Impulskontrolle

benötigst. Ist die Energie knapp, bricht zuerst die Disziplin weg – nicht der gute Wille.


Warum dein Gehirn Gewohnheiten liebt

Unser Gehirn ist ein Energiesparorgan. Es liebt:

  • Bekanntes

  • Wiederholtes

  • Vorhersagbares

Gewohnheiten laufen automatisiert ab und benötigen kaum Energie.


Neues Verhalten dagegen kostet:

  • Aufmerksamkeit

  • Planung

  • Kontrolle

  • Unsicherheits-Toleranz

Für das Gehirn ist Neues zunächst nicht sicher. Und Unsicherheit bedeutet: höherer Energieverbrauch.

Wenn Energie ohnehin schon Mangelware ist, wird Veränderung zur echten Herausforderung – egal, wie motiviert du bist.


Verhalten ändern gelingt leichter, wenn Energie verfügbar ist

Die entscheidende Frage lautet also nicht:

„Warum halte ich nicht durch?“

sondern:

„Wie gut ist mein Energiesystem gerade versorgt?“


Die wichtigsten Energiegeber deines Nervensystems


🔹 Atmung

Die Atmung beeinflusst unmittelbar:

  • Stresslevel

  • Sauerstoffversorgung

  • Aktivität des Vagusnervs

Eine dysregulierte Atmung bedeutet: weniger Energie, mehr Stress.


🔹 Blutzucker

Starke Schwankungen im Blutzucker wirken sich direkt auf:

  • Impulskontrolle

  • Entscheidungsfähigkeit

  • Essverhalten

Ein instabiler Blutzucker macht Disziplin extrem schwer.


🔹 Schlaf

Im Schlaf regeneriert das Gehirn.
Schlafmangel reduziert:

  • Willenskraft

  • Emotionsregulation

  • Aktivität des Frontallappens

Ohne Schlaf kein stabiles Verhalten.


Der Frontallappen – dein innerer „Chef“

Der Frontallappen ist zuständig für:

  • Planung

  • Selbststeuerung

  • Zielorientiertes Verhalten

  • Impulskontrolle

Unter Stress, Schlafmangel oder Energiedefizit tritt er in den Hintergrund – ältere, automatisierte Muster übernehmen.

Die gute Nachricht:
👉 Der Frontallappen ist trainierbar.

Gezielte neurozentrierte Übungen können helfen, ihn wieder aktiver einzubinden – damit du im eigenen Gehirn wieder mehr „Chef“ wirst.


Disziplin ist kein Charaktermerkmal – sondern ein Systemzustand

Wenn Veränderung schwerfällt, liegt das selten an mangelnder Disziplin.
Meist fehlt dem System:

  • Sicherheit

  • Energie

  • Regulation

Wer zuerst für ausreichend Energie sorgt, macht Veränderung überhaupt erst möglich.


Unterstützung auf neurozentrierter Ebene

Wenn du dein Verhalten nicht über Druck, sondern über bessere Voraussetzungen verändern möchtest, können diese Kurse dich gezielt unterstützen:


  • Neurozentrierte Strategien für ein gutes Gewichtsmanagement

  • Vagusnervstimulation – Regulation, Ruhe & Regeneration

  • Besser Schlafen mit neurozentrierten Strategien

  • Atemtraining


Zwischen und begleitend zu den Kursen teile ich regelmäßig Wissen, Impulse und Übungen über:


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Veränderung beginnt nicht mit mehr Disziplin –
sondern mit einem Nervensystem, das genug Energie hat, um Neues zuzulassen.





Sonntag, 11. Januar 2026

Dysbalance im Nervensystem – wenn der innere Ausgleich verloren geht



                                                                       Canva

Fühlst du dich häufig innerlich unruhig, erschöpft und trotzdem „unter Strom“?

Schläfst schlecht, bist schneller gereizt oder hast das Gefühl, dein Körper kommt nicht mehr richtig zur Ruhe?

Dann lohnt sich ein Blick auf dein Nervensystem – genauer gesagt auf das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus.


Das vegetative Nervensystem – dein inneres Steuerzentrum

Unser vegetatives (autonomes) Nervensystem arbeitet rund um die Uhr und steuert lebenswichtige Funktionen wie:

  • Atmung

  • Herzfrequenz

  • Verdauung

  • Schlaf

  • Immunabwehr

  • Regeneration


Es besteht aus zwei Gegenspielern:


  • Sympathikus – Aktivierung, Leistung, Stress („Gas geben“)

  • Parasympathikus – Entspannung, Regeneration, Heilung („Bremse lösen“)


Gesundheit entsteht dort, wo beide Systeme flexibel wechseln können. Problematisch wird es, wenn eines dauerhaft dominiert.


Wenn der Sympathikus dauerhaft übernimmt

Bei anhaltendem Stress – mental, emotional oder körperlich – bleibt der Sympathikus häufig chronisch aktiv. Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus.

Kurzfristig sinnvoll – langfristig jedoch belastend.

Mögliche Folgen dieser Dysbalance:


🔹 Schlafprobleme

Stresshormone beeinflussen maßgeblich unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.
Ist das System abends noch „auf Alarm“, fällt das Einschlafen schwer oder der Schlaf bleibt oberflächlich und wenig erholsam.

🔹 Nachlassende Immunfunktion

Ein dauerhaft aktivierter Sympathikus schwächt die Immunabwehr.
Infekte treten häufiger auf, Entzündungen können schlechter reguliert werden.

🔹 Schlechtere Regeneration

Regeneration findet im Parasympathikus statt – insbesondere über den Vagusnerv.
Ist dieser unteraktiv, fühlen wir uns trotz Pausen nicht wirklich erholt.

🔹 Verdauung, Hunger & Durst geraten aus dem Gleichgewicht

Stress hemmt die Verdauung. Typische Anzeichen:

  • Blähungen

  • Völlegefühl

  • unregelmäßiger Hunger

  • fehlendes oder übersteigertes Durstgefühl

Der Körper schaltet auf „Überleben“ statt auf „Verarbeiten“.

🔹 Innere Unruhe

Ein permanentes Gefühl von Getrieben-Sein, Nervosität oder Anspannung ist ein häufiges Zeichen dafür, dass das Nervensystem keinen sicheren Ruhemodus mehr findet.


Wie steht es um dein Nervensystem?

Vielleicht erkennst du dich in einigen Punkten wieder.
Wichtig ist: Das ist kein persönliches Versagen, sondern eine nachvollziehbare Reaktion deines Körpers auf anhaltende Anforderungen.

Die entscheidende Frage lautet nicht:

„Was stimmt nicht mit mir?“

sondern:

„Was braucht mein Nervensystem gerade?“

Bewusstsein ist der erste Schritt. Erst wenn wir wahrnehmen, in welchem Zustand unser Nervensystem ist, können wir gezielt regulieren – über Atmung, Bewegung, Wahrnehmung, Schlafrhythmen und sichere Routinen.


Möchtest du dein Nervensystem besser verstehen und regulieren lernen?


Auf meinen Kanälen teile ich regelmäßig:

  • alltagstaugliche Impulse zur Nervensystem-Regulation

  • einfache Atem- und Wahrnehmungsübungen

  • neurozentrierte Strategien für mehr Ruhe, besseren Schlaf und Regeneration


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Dein Nervensystem hört immer zu –
die Frage ist nur, was es von dir bekommt.

Samstag, 3. Januar 2026

Wo bleibt eigentlich das Fett, wenn man abnimmt – und was hat deine Atmung damit zu tun?

               

                                                                                           Canva

                           

Der Jahresbeginn ist für viele der Moment, an dem sie etwas verändern möchten: mehr Energie, weniger Stress und vielleicht auch ein paar Kilo weniger. Doch kaum jemand stellt sich die entscheidende Frage:

Wo bleibt eigentlich das Fett, wenn man abnimmt?

Es wird nicht „verbrannt“ oder ausgeschwitzt – das meiste verlässt deinen Körper über die Atmung.

Wenn Fett abgebaut wird, entstehen CO₂ und Wasser.
Etwa 84 % des abgebauten Fettes wird ausgeatmet.

Das macht die Atmung zu einem zentralen, aber oft unterschätzten Faktor für Stoffwechsel, Energie und Wohlbefinden.

Warum der Jahresanfang ideal für Atemarbeit ist

Bevor du neue Trainingspläne startest oder Routinen veränderst, lohnt sich ein Blick auf das Fundament: deine Atmung.

Sie beeinflusst:

  • Energie & Konzentration

  • Regenerationsfähigkeit

  • Beweglichkeit & Haltung

  • Stressniveau

  • Schlafqualität

Eine funktionale Atmung macht vieles leichter – in Bewegung, im Alltag und auch beim Abnehmen.


Kostenloses E-Book: „Die Kraft der Atmung“

Wenn du genauer verstehen möchtest:

  • wie Atembewusstsein funktioniert,

  • welche einfachen Tests dir zeigen, wie deine Atmung arbeitet,

  • und wie du mit kleinen Übungen sofort Veränderungen spüren kannst,

dann lade dir hier das E-Book als pdf-Datei herunter.

Es enthält praktische Einblicke in das Atembewusstseins-Training – inklusive eines Check-ins und Check-outs, den du direkt ausprobieren kannst:

E-Book hier downloaden


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Entspannung hilft immer? Warum das ein gefährlicher Mythos ist

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