Samstag, 14. Februar 2026

Unser Nervensystem – ein Haus mit mehreren Etagen

 

erstellt mit KI


Viele Menschen stellen sich das Nervensystem als etwas Unsichtbares und Kompliziertes vor. Tatsächlich arbeitet es nach einem sehr logischen Prinzip. Um das verständlich zu machen, hilft ein einfaches Bild: Unser Nervensystem funktioniert wie ein Haus mit mehreren Etagen. Jede Etage baut auf der darunterliegenden auf.


Erdgeschoss: Regulation und Überleben

Im Erdgeschoss liegen die wichtigsten Grundlagen. Hier geht es um Regulation und Überleben. Atmung, Gleichgewicht und der Vagusnerv sorgen dafür, dass unser Körper stabil funktioniert. Wenn diese Basis ruhig und gut reguliert ist, fühlt sich der Körper sicher an. Ist das Erdgeschoss jedoch instabil, wirkt sich das sofort auf alles darüber aus. 
Ein typisches Beispiel ist Heißhunger: Wenn Blutzucker stark schwankt, viel Stress vorhanden ist oder die Atmung flach und hektisch ist, versucht der Körper zunächst nur zu überleben. In diesem Zustand fällt es extrem schwer, vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Viele Menschen versuchen dann, auf der „obersten Etage“ zu arbeiten – sie schreiben einen Ernährungsplan oder nehmen sich strenge Regeln vor. Doch wenn das Erdgeschoss wackelt, kann die dritte Etage nicht stabil arbeiten. Der Plan scheitert nicht an mangelnder Disziplin, sondern an fehlender Regulation im Fundament.

Deshalb beginnt nachhaltige Veränderung immer hier: 
bei der Stabilisierung der Basis!


1. Etage: Sensorik und Wahrnehmung

Über eine Treppe gelangen wir in die erste Etage. Hier verarbeitet das Nervensystem Sinneseindrücke und Körperwahrnehmung.
Man unterscheidet zwei Bereiche:


Globale Sensorik: Sie beeinflusst unser allgemeines Befinden. Bei Dysregulation können Müdigkeit, Heißhunger oder ein dauerhaftes Stressgefühl auftreten.

          Lokale Sensorik: Sie betrifft einzelne Körperregionen. Hier entstehen zum Beispiel             Schmerz oder Instabilitätsgefühle.


Ein häufiger Fehler bei Schmerzen ist, diese Etage zu überspringen. Viele Betroffene versuchen sofort, mehr Bewegung zu machen. Doch das Gehirn kann nichts sinnvoll bewegen, was es nicht klar fühlen kann. Wenn die sensorische Wahrnehmung unscharf ist, arbeitet Bewegung gegen Widerstand. Erst wenn das Nervensystem wieder präzise Informationen aus dem Körper bekommt, kann Bewegung sicher und effizient werden.


2. Etage: Sicherheit und Orientierung

Die nächste Treppe führt in die Etage von Sicherheit und Orientierung. Hier geht es um Mobilisation und Bewegung. Der Körper lernt, sich effizient und sicher im Raum zu bewegen.Wenn diese Etage gut funktioniert, fühlen wir uns körperlich stabil. Bewegungen werden flüssiger und weniger anstrengend. 

Für viele Menschen – besonders bei Schmerzthemen – liegt hier bereits ein entscheidender Wendepunkt. Sobald das Nervensystem Sicherheit spürt, lässt es Schutzspannungen eher los.
Deshalb kann es sinnvoll sein, zunächst kleine, kontrollierte Bewegungen zu trainieren, statt den Körper direkt stark zu belasten.


3. Etage: Leistung und Verhalten

Noch eine Treppe höher befindet sich die Etage für Leistung und Verhalten. Hier sitzen Fähigkeiten wie Entscheidungsfähigkeit und Impulskontrolle. Diese Ebene ist wichtig für Planung, Zielsetzung und Selbststeuerung. Doch diese Fähigkeiten funktionieren nur zuverlässig, wenn die unteren Etagen stabil sind. Wer gestresst, müde oder körperlich unsicher ist, merkt schnell: Gute Vorsätze allein reichen nicht. Das ist kein persönliches Versagen, sondern eine logische Folge der Nervensystem-Organisation.


Der Dachboden: Unsere Ziele

Ganz oben im Haus stehen die Ziele, die sich viele Menschen wünschen: weniger Schmerz und Stress, bessere Beweglichkeit, ein gesundes Gewicht und guter Schlaf.
Interessant ist: Man muss nicht jede Etage perfekt ausbauen, um diese Ziele zu erreichen. Gerade bei Schmerz oder im Alltag reicht es oft, bis zur zweiten Etage – Sicherheit und Orientierung – zu arbeiten. Von dort führt gewissermaßen eine „Abkürzung“ direkt zu spürbaren Verbesserungen.


Warum dieses Modell im Alltag hilft

Das Hausmodell zeigt: Veränderungen im Nervensystem geschehen von unten nach oben. Wer nur an der obersten Etage arbeitet – an Disziplin, Motivation oder Leistung – übersieht oft das Fundament.
Wenn zuerst Regulation, Wahrnehmung und Sicherheit gestärkt werden, werden viele Probleme plötzlich einfacher. Entscheidungen fallen leichter, Bewegung fühlt sich besser an, und der Körper arbeitet nicht mehr gegen uns, sondern mit uns.

Nachhaltige Fortschritte entstehen also nicht durch Druck, sondern durch ein stabiles Fundament.


Komm gern ein Stück weiter mit!

Wenn du merkst, dass dein Nervensystem mehr Unterstützung gebrauchen kann, musst du diesen Weg nicht allein gehen. Ich teile regelmäßig kleine Impulse, Übungen und Gedanken, die dir helfen können, dein „Nervensystem-Haus“ Schritt für Schritt stabiler zu machen.

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Wenn dich das anspricht, freue ich mich sehr, wenn du dazukommst. Dein Nervensystem darf lernen, sich wieder sicher und stark zu fühlen!


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