Wer unter chronischen Schmerzen leidet, hört häufig denselben Rat: „Sie müssen sich mehr bewegen.“
Bewegung ist ohne Frage wichtig. Sie hält den Körper leistungsfähig, fördert die Beweglichkeit und kann das Wohlbefinden verbessern.
Doch was viele nicht wissen: Wenn der Schlaf dauerhaft gestört ist, kann selbst das beste Bewegungsprogramm deutlich weniger bewirken.
Deshalb lohnt es sich, dem Schlaf mindestens genauso viel Aufmerksamkeit zu schenken wie dem Sport.
Schlaf ist die Regenerationszeit des Nervensystems
Während wir schlafen, laufen zahlreiche Prozesse ab, die für unser Wohlbefinden entscheidend sind. Das Gehirn verarbeitet Informationen, Erinnerungen werden sortiert und der Körper regeneriert sich.
Auch das Nervensystem erhält in dieser Zeit die Möglichkeit, Belastungen zu verarbeiten und sich auf den nächsten Tag vorzubereiten.
Ist der Schlaf jedoch über längere Zeit gestört, kann das Auswirkungen auf die Schmerzwahrnehmung haben.
Schlechter Schlaf kann Schmerzen verstärken
Viele Menschen mit chronischen Schmerzen kennen diesen Kreislauf:
Schmerzen erschweren das Einschlafen.
Man wacht nachts häufiger auf.
Am nächsten Morgen fühlt man sich erschöpft.
Die Schmerzen werden intensiver wahrgenommen.
Bewegung fällt schwerer.
Der Körper gerät zunehmend unter Stress.
So kann ein Teufelskreis entstehen, in dem sich Schlafprobleme und Schmerzen gegenseitig beeinflussen.
Mehr Sport ist nicht immer die erste Lösung
Natürlich ist Bewegung wichtig. Doch wenn der Körper bereits unter Schlafmangel steht, kann zusätzliche Belastung manchmal sogar als weiterer Stressfaktor empfunden werden.
Deshalb kann es sinnvoll sein, zunächst die Grundlagen zu verbessern:
Schlafqualität
Nervensystemregulation
Erholungsphasen
individuelle Belastbarkeit
Oft fällt Bewegung anschließend wieder deutlich leichter.
Ein neurozentrierter Blick auf den Schlaf
Aus neurozentrierter Sicht geht es nicht darum, sich zum Schlafen zu zwingen.
Vielmehr geht es darum, dem Nervensystem möglichst gute Voraussetzungen zu schaffen, damit es leichter in einen erholsamen Schlaf finden kann.
Dabei können – je nach individueller Situation – Übungen aus den Bereichen Atmung, Sehen, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung oder Bewegung eine sinnvolle Ergänzung sein.
Nicht jede Übung passt zu jedem Menschen. Entscheidend ist, welche Reize dein Nervensystem als hilfreich wahrnimmt.
Kleine Veränderungen können viel bewirken
Ein erholsamer Schlaf entsteht selten durch einen einzigen Trick.
Häufig sind es viele kleine Stellschrauben, die zusammen einen Unterschied machen. Schon kleine Verbesserungen der Schlafqualität können dazu beitragen, dass Schmerzen am nächsten Tag weniger belastend empfunden werden und wieder mehr Energie für den Alltag zur Verfügung steht.
Mein Workshop: „Neurozentrierte Strategien für besseren Schlaf“
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