Abbildung erstellt mit KI
Viele Menschen mit chronischen Schmerzen konzentrieren sich verständlicherweise vor allem auf Muskeln, Gelenke oder Strukturen im Körper.
Sekunde für Sekunde.
Es sammelt Informationen über:
- Blutdruck
- Puls
- Atmung
- Körpertemperatur
- Verdauung
- Blutzucker
- Muskelspannung
- Gleichgewicht
- innere Sicherheit
Diesen Prozess nennt man Interozeption.
Der Begriff bedeutet wörtlich übersetzt:
„etwas von innen aufnehmen“.
Warum Interozeption so wichtig ist
Dein Gehirn möchte jederzeit wissen:
Was passiert gerade im Körper?
Ist alles stabil?
Bin ich sicher?
Muss ich reagieren?
Nur wenn das Nervensystem gute Informationen bekommt, kann sich der Körper passend an Situationen anpassen.
Ein einfaches Beispiel:
Stell dir vor, du fährst Auto.
Du siehst ein Verkehrsschild mit Tempo 30.
Aber dein Tacho funktioniert nicht.
Was passiert wahrscheinlich?
Du wirst extrem vorsichtig fahren.
Vielleicht deutlich langsamer als nötig.
Einfach, um auf keinen Fall über 30 km/h zu kommen.
Nicht weil du „schlecht Auto fährst“.
Sondern weil deinem Gehirn wichtige Informationen fehlen.
Und genau so kann es sich für deinen Körper anfühlen, wenn Interozeption nicht zuverlässig funktioniert.
Warum dein Nervensystem dann auf Sicherheit setzt
Unser Nervensystem entscheidet im Zweifel fast immer für Sicherheit.
Wenn Informationen unklar sind, wenn Körpersignale schwer einzuordnen sind oder wenn innere Wahrnehmung ständig Stress meldet, erhöht das Gehirn oft vorsorglich den Schutz.
Das kann sich zeigen durch:
- mehr Muskelspannung
- schnellere Erschöpfung
- erhöhte Wachsamkeit
- Unsicherheit bei Bewegung
- Stressreaktionen
- stärkere Schmerzempfindlichkeit
Schmerz ist dabei nicht automatisch ein Zeichen von Schaden.
Oft ist er zunächst eine Schutzentscheidung des Nervensystems.
Besonders bei chronischen Schmerzen spielt diese innere Überwachung eine große Rolle.
Denn ein Nervensystem, das sich dauerhaft unsicher fühlt, bleibt häufig im Alarmmodus.
Chronische Schmerzen bedeuten nicht automatisch „kaputt“
Viele Betroffene hören irgendwann:
„Die Bilder zeigen Verschleiß.“
„Da müssen Sie jetzt mit leben.“
Doch moderne Schmerzforschung zeigt:
Schmerz entsteht nicht nur in Gelenken oder Muskeln.
Das Gehirn bewertet ständig die gesamte Situation.
Und dazu gehören auch:
- Stress
- Schlaf
- Atmung
- Bewegungserfahrungen
- innere Wahrnehmung
- Sicherheitsempfinden
Wenn Interozeption verbessert wird, kann das Nervensystem lernen:
Der Körper ist sicherer als gedacht.
Was neurozentriertes Training damit zu tun hat
Im neurozentrierten Training versuchen wir nicht einfach nur „Muskeln zu trainieren“.
Wir geben dem Gehirn bessere Informationen.
Zum Beispiel über:
- Atmung
- Gleichgewicht
- Augenbewegungen
- Körperwahrnehmung
- sanfte sensorische Reize
- sichere Bewegungserfahrungen
Denn je besser dein Nervensystem den eigenen Körper einschätzen kann, desto weniger muss es vorsorglich Schutzprogramme hochfahren.
Das bedeutet nicht, dass Schmerzen „eingebildet“ sind.
Sondern dass dein Nervensystem lernfähig bleibt.
Mein Ziel: Menschen ihr Gefühl von Kontrolle zurückgeben
Viele Menschen mit chronischen Schmerzen haben das Gefühl, ihrem Körper ausgeliefert zu sein.
Doch dein Nervensystem ist kein starres System.
Es reagiert auf Informationen.
Und Informationen lassen sich verändern.
Genau darüber spreche ich regelmäßig in meinem WhatsApp-Channel:
- verständlich erklärt
- alltagstauglich
- ohne Angstbotschaften
- mit praktischen Übungen und Impulsen
Denn manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo dein Nervensystem wieder lernt:
„Ich bin sicher.“
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