Wenn die Schulter schmerzt, lohnt sich ein Blick über das Gelenk hinaus.
Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden des Bewegungsapparates. Häufig wird zunächst nach der Ursache direkt in der Schulter gesucht: Sehnen, Muskeln, Gelenkstrukturen oder Bewegungseinschränkungen stehen im Mittelpunkt.
Natürlich können diese Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Doch gerade bei chronischen Schulterschmerzen lohnt sich ein zusätzlicher Blick: auf das Nervensystem und darauf, wie das Gehirn die Schulter wahrnimmt und steuert.
Denn Bewegung entsteht nicht nur im Muskel. Jede Bewegung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Gehirn, Nervensystem, Sinnesinformationen und dem Körper.
Die Schulter braucht eine gute Verbindung zum Gehirn
Damit unser Gehirn eine Bewegung präzise steuern kann, benötigt es möglichst genaue Informationen aus dem Körper.
Ein wichtiger Bereich dabei ist die sogenannte Sensorik: Wo befindet sich die Schulter gerade im Raum? Wie fühlt sie sich an? Welche Spannung ist vorhanden? Welche Bewegung ist möglich?
Wenn das Gehirn nicht genau weiß, wo sich ein Körperbereich befindet, kann die Steuerung ungenauer werden. Das kann sich beispielsweise in veränderter Bewegung, erhöhter Spannung oder einer Schutzreaktion des Nervensystems zeigen.
In der neurozentrierten Arbeit geht es deshalb unter anderem darum, die Verbindung zwischen Gehirn und Schulter wieder besser anzusprechen.
Welche Systeme können dabei eine Rolle spielen?
Bei Schulterschmerzen können verschiedene Bereiche des Nervensystems betrachtet werden:
Die Sensorik
Über gezielte Übungen wird überprüft, wie das Gehirn auf unterschiedliche Reize reagiert. Dabei geht es nicht darum, eine Übung einfach möglichst oft durchzuführen, sondern herauszufinden:
Verändert sich die Wahrnehmung oder Bewegung positiv?
Eine Übung sollte nur dann regelmäßig eingesetzt werden, wenn das Nervensystem darauf positiv reagiert.
Das visuelle System
Unsere Augen beeinflussen nicht nur das Sehen, sondern auch Orientierung, Haltung und Bewegung. Das visuelle System liefert dem Gehirn wichtige Informationen darüber, wie wir uns im Raum bewegen.
Deshalb können bestimmte visuelle Reize auch bei Schulterbeschwerden relevant sein.
Die Atmung
Die Atmung steht in enger Verbindung mit dem Nervensystem. Atemmuster können Einfluss auf Spannung, Körperwahrnehmung und Regulation nehmen.
Gerade bei chronischen Beschwerden kann es sinnvoll sein, das gesamte Regulationssystem des Körpers mit einzubeziehen.
Der Kortex – die Bewegungssteuerung im Gehirn
Im Gehirn gibt es Bereiche, die für die Planung und Steuerung von Bewegung zuständig sind. Die Qualität der Bewegungssteuerung hängt davon ab, wie gut Informationen aus dem Körper verarbeitet werden.
Die neurozentrierte Arbeit setzt genau hier an: bei der Kommunikation zwischen Gehirn und Körper.
Nicht jede Übung ist für jeden Menschen geeignet
Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit ist die individuelle Überprüfung.
Auch wenn eine Übung bei einer Person hilfreich ist, bedeutet das nicht automatisch, dass sie bei jedem Menschen die gleiche Wirkung hat. Das Nervensystem jedes Menschen verarbeitet Reize unterschiedlich.
Deshalb wird in der neurozentrierten Arbeit immer beobachtet:
- Fühlt sich die Bewegung leichter an?
- Verbessert sich die Wahrnehmung?
- Verändert sich die Beweglichkeit?
- Reagiert das Nervensystem positiv?
Nur wenn eine Übung eine positive Reaktion zeigt, macht es Sinn, sie regelmäßig in den Alltag zu integrieren.
Individuelle Begleitung bei Schulterschmerzen
Genau hier setzt meine 1:1-Online-Schmerzbegleitung an.
Statt allgemeiner Übungen „auf Verdacht“ betrachten wir die individuelle Situation: Welche Faktoren könnten bei deinen Beschwerden eine Rolle spielen? Welche Übungen und Strategien passen zu deinem Nervensystem?
Dabei können unter anderem sensorische Systeme, Atmung, visuelle Reize und die Verbindung zwischen Gehirn und Körper einbezogen werden.
Die individuelle Online-Schmerzbegleitung ist noch bis Ende November 2026 zum Einführungspreis buchbar.
Den Anmelde-Link findest du hier im Kursheft!
Kostenlose praktische Impulse im WhatsApp-Kanal
Du möchtest kleine Übungen und praktische Anregungen rund um Nervensystem, Regulation und Körperwahrnehmung kennenlernen?
In meinem kostenlosen WhatsApp-Kanal neuro.entspannt teile ich regelmäßig Impulse und 2-Minuten-Workouts, die auch für die Schultern interessant sein können.
Hier klicken und Mitglied bei neuro-entspannt werden!
Fazit: Schulterschmerzen brauchen manchmal einen neuen Blickwinkel
Chronische Schulterschmerzen entstehen nicht immer ausschließlich durch ein Problem in der Schulter selbst. Das Nervensystem entscheidet mit, wie Bewegungen gesteuert und Schmerzsignale verarbeitet werden.
Wer die Verbindung zwischen Gehirn und Körper versteht, bekommt neue Möglichkeiten, aktiv mit den eigenen Beschwerden umzugehen.
Die Schulter ist nicht nur ein Gelenk – sie ist Teil eines komplexen Systems aus Wahrnehmung, Bewegung und Regulation.
Es geht nicht darum, eine vorgegebene Lösung abzuarbeiten, sondern wieder zu lernen, die Signale des eigenen Körpers wahrzunehmen. Du entscheidest, was dir guttut.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen