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Samstag, 10. Oktober 2026

Der Star aller Hirnnerven: der Vagusnerv

 


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Du bist erschöpft, aber kannst nicht abschalten. Dein Bauch macht Probleme, der Kopf drückt oder die nächste Migräne kündigt sich an. Vielleicht hast du auch das Gefühl, dass dein Körper dauerhaft unter Spannung steht und einfach nicht mehr richtig zur Ruhe kommt.

Was hat das alles miteinander zu tun?

Eine mögliche Spur führt zu einem Nerv, über den in den vergangenen Jahren immer häufiger gesprochen wird: dem Vagusnerv.

Er gilt als einer der spannendsten Hirnnerven – und das aus gutem Grund. Seine Aufgaben reichen weit über das hinaus, was viele mit ihm verbinden: Entspannung und Stressabbau.


Der Vagusnerv – eine wichtige Verbindung zwischen Gehirn und Körper

Der Vagusnerv ist der zehnte Hirnnerv. Er zieht vom Gehirn durch Hals und Brustraum bis in große Teile des Bauchraums. Dabei steht er mit verschiedenen Organen in Verbindung, darunter Herz, Lunge und Verdauungstrakt.

Er ist ein wichtiger Bestandteil des parasympathischen Nervensystems und beteiligt sich unter anderem an der Regulation der Herzfrequenz und an Verdauungsprozessen.

Besonders interessant: Ein großer Teil seiner Nervenfasern leitet Informationen aus dem Körper in Richtung Gehirn. Der Vagusnerv übermittelt also nicht nur Signale vom Gehirn zu den Organen. Er liefert dem Gehirn auch Informationen darüber, was im Körper geschieht.

Und genau das macht ihn so spannend.

Mehr als Stress: Wo der Vagusnerv eine Rolle spielt

Stress und Erholung

Wenn wir unter Druck stehen, verändert sich unser Körper: Herzfrequenz, Atmung und Muskelspannung können sich anpassen. Der Vagusnerv ist an der Regulation bestimmter körperlicher Reaktionen beteiligt und spielt eine wichtige Rolle bei der parasympathischen Kontrolle des Herzens.

Ruhige Atemübungen können beispielsweise die Herzfrequenzvariabilität beeinflussen. Sie sind deshalb für manche Menschen eine hilfreiche Möglichkeit, mit Anspannung umzugehen.

Der Vagusnerv ist allerdings kein Ausschalter, mit dem sich Stress einfach beseitigen lässt. Seine Funktion ist Teil eines komplexen Regulationssystems.

Verdauung und Darm

Blähungen, Völlegefühl oder ein empfindlicher Darm können den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Der Vagusnerv ist an der Steuerung verschiedener Verdauungsfunktionen beteiligt. Er übermittelt Informationen aus dem Verdauungstrakt und beeinflusst unter anderem die Bewegungs- und Sekretionsprozesse im oberen Verdauungssystem.

Auch die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn ist wissenschaftlich interessant. Dabei wirken allerdings viele Faktoren zusammen, darunter weitere Nervenbahnen, Hormone, Immunprozesse und die Darmmikrobiota.

Verdauungsbeschwerden lassen sich deshalb nicht pauschal auf einen „zu wenig aktiven“ Vagusnerv zurückführen. Trotzdem ist seine Rolle ein spannender Bestandteil der Forschung zur Darm-Hirn-Kommunikation.

Entzündungsprozesse

Besonders faszinierend ist die Forschung zum sogenannten cholinergen antiinflammatorischen Signalweg.

Vereinfacht gesagt: Über neuronale Signalwege, an denen der Vagusnerv beteiligt ist, kann der Körper bestimmte Immunreaktionen beeinflussen. Dieser Zusammenhang wird intensiv erforscht.

Die Forschung zur elektrischen Vagusnerv-Stimulation untersucht unter anderem, ob sich solche Mechanismen therapeutisch nutzen lassen.

Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen biologischen Zusammenhängen und nachgewiesener Wirksamkeit bei einer konkreten Erkrankung. Aus diesen Erkenntnissen folgt nicht, dass sich chronische Entzündungen durch Summen, Atemübungen oder einfache Selbststimulation behandeln lassen.

Migräne und Kopfschmerzen

Auch bei Migräne ist der Vagusnerv von Interesse.

Die nicht-invasive Vagusnerv-Stimulation wird in klinischen Studien als mögliche Behandlung bei bestimmten Kopfschmerzerkrankungen untersucht. Für ausgewählte Anwendungen gibt es bereits medizinische Geräte und entsprechende Behandlungsempfehlungen.

Das ist etwas anderes als eine allgemeine Entspannungsübung: Medizinische Stimulationsgeräte arbeiten mit definierten elektrischen Reizen und sollten entsprechend der jeweiligen medizinischen Empfehlung eingesetzt werden.

Warum ist das Thema trotzdem spannend? Weil es zeigt, dass der Vagusnerv nicht nur bei Entspannung, sondern auch bei der Erforschung neurologischer Erkrankungen eine Rolle spielt.

Bei wiederkehrenden oder starken Kopfschmerzen ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Selbststimulationsmethoden ersetzen keine Migränebehandlung.

Gewicht und Stoffwechsel

Der Vagusnerv übermittelt auch Informationen über den Zustand des Verdauungssystems und ist an Signalen beteiligt, die mit Sättigung und Nahrungsaufnahme zusammenhängen.

Deshalb wird erforscht, wie vagale Signalwege und ihre Beeinflussung bei bestimmten Stoffwechsel- und Gewichtsproblemen eine Rolle spielen könnten.

Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass eine einfache Vagusnerv-Übung beim Abnehmen hilft. Körpergewicht wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst, beispielsweise durch Hormone, Medikamente, Schlaf, Ernährung, Bewegung und individuelle Stoffwechselbedingungen.

Der Vagusnerv ist hier ein interessanter Forschungsansatz – aber keine Abkürzung zur Gewichtsabnahme.


Kann man den Vagusnerv selbst stimulieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, körperliche Prozesse zu beeinflussen, an denen der Vagusnerv beteiligt ist. Dazu gehören beispielsweise ruhige Atmung und bestimmte Entspannungspraktiken.

Solche Methoden können das Wohlbefinden unterstützen. Sie sind aber nicht mit einer gezielten elektrischen Vagusnerv-Stimulation gleichzusetzen, und ihre Wirkung auf den Vagusnerv lässt sich nicht immer direkt nachweisen.

Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, statt jedem Versprechen aus dem Internet zu glauben.

Nicht jede Methode wirkt bei jedem Menschen gleich. Und nicht jede vermeintliche „Vagusnerv-Technik“ hat die Wirkung, die ihr zugeschrieben wird.


Der Vagusnerv begeistert – auch in meinen Workshops

Wie groß das Interesse an diesem Thema ist, erlebe ich in meinen eigenen Kursen ganz unmittelbar.

Der Workshop zur Vagusnerv-Stimulation ist mein beliebtester und am stärksten nachgefragter Kurs.

Deshalb wird er im nächsten Kurshalbjahr an gleich mehreren Kursstandorten erneut angeboten.

In den Workshops beschäftigen wir uns mit dem Vagusnerv, seinen Aufgaben und verschiedenen Möglichkeiten der Stimulation. Hintergrundwissen wird verständlich erklärt und durch praktische Übungen ergänzt, die gemeinsam ausprobiert werden.

Dabei geht es nicht um ein Wundermittel gegen sämtliche Beschwerden. Es geht darum, einen faszinierenden Nerv besser kennenzulernen und zu verstehen, welche Rolle er für unsere körperlichen Funktionen spielt.

Denn je mehr wir über den Vagusnerv erfahren, desto deutlicher wird: Seine Bedeutung reicht weit über das Thema Entspannung hinaus.

Der Vagusnerv ist nicht ohne Grund in aller Munde. Entscheidend ist, die wissenschaftlich belegten Zusammenhänge von den noch offenen Forschungsfragen zu unterscheiden – und neugierig zu bleiben.


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Chronische Kopf- und Nackenschmerzen verstehen: Die Rolle von Nervensystem und Gehirn

 


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Du wachst morgens auf und der Nacken ist schon wieder fest. Der Kopf drückt, die Schultern fühlen sich schwer an. Vielleicht hast du bereits Massagen, Wärme und verschiedene Übungen ausprobiert. Manchmal hilft es – aber nach einiger Zeit kommen die Beschwerden zurück.

Das kann frustrierend sein. Vor allem, wenn du eigentlich alles richtig machen möchtest und trotzdem das Gefühl hast, nicht weiterzukommen.

Doch was, wenn nicht nur deine Nackenmuskulatur eine Rolle spielt?

Kopf- und Nackenschmerzen entstehen nicht einfach nur dort, wo du sie spürst. An ihrer Entstehung und Aufrechterhaltung können verschiedene Strukturen beteiligt sein – von der Sinnesverarbeitung über die Bewegungssteuerung bis hin zu Stress und Schlaf.

Deshalb lohnt es sich, den Blick zu erweitern: vom schmerzenden Nacken auf das Zusammenspiel von Körper, Nervensystem und Gehirn.


Wenn der Nacken nicht die ganze Geschichte erzählt

Natürlich können verspannte Muskeln, Gelenke oder gereizte Strukturen im Nacken Schmerzen verursachen. Auch Migräne, Spannungskopfschmerzen und andere Erkrankungen müssen berücksichtigt werden.

Doch gerade bei chronischen Beschwerden lässt sich die Schmerzintensität nicht immer allein durch das erklären, was sich im Gewebe feststellen lässt.

Das Nervensystem verarbeitet ständig Informationen aus dem Körper und der Umwelt. Es bewertet diese Informationen im jeweiligen Zusammenhang und beteiligt sich daran, wie wir Schmerz wahrnehmen.

Bei anhaltenden Schmerzen kann sich diese Verarbeitung verändern. Das Nervensystem reagiert dann möglicherweise empfindlicher auf bestimmte Reize.

Das bedeutet nicht, dass du dir deine Schmerzen einbildest. Im Gegenteil: Der Schmerz ist real. Aber es bedeutet, dass wir bei der Suche nach hilfreichen Ansätzen mehr als nur Muskeln und Gelenke betrachten dürfen.


Sieben Bereiche, die wir in den Blick nehmen können

1. Sensorik: Welche Informationen kommen im Gehirn an?

Unser Gehirn ist auf Informationen aus dem Körper angewiesen. Rezeptoren in Muskeln, Gelenken und Haut melden unter anderem Bewegung, Druck und Position.

Auch das Gleichgewichtssystem und die Augen liefern wichtige Informationen darüber, wo wir uns im Raum befinden und wie wir uns bewegen.

Wenn du deinen Kopf drehst, müssen diese Informationen zusammengeführt werden. Das Gehirn verarbeitet sie und steuert daraufhin die passende Reaktion.

Bei manchen Menschen mit Kopf- und Nackenbeschwerden können bestimmte Bewegungen oder Sinnesreize unangenehm sein. Dann kann es sinnvoll sein, die Wahrnehmung genauer zu untersuchen und geeignete Übungen auszuwählen.

Es geht nicht darum, möglichst viele Reize zu setzen. Sondern darum, herauszufinden, welche Informationen und welche Dosierung für dich verträglich sind.

2. Mobilisation: Bewegung darf wieder leichter werden

Wenn der Nacken schmerzt, bewegen wir den Kopf häufig vorsichtiger. Wir vermeiden bestimmte Drehungen oder halten die Muskulatur unbewusst angespannt.

Das ist zunächst nachvollziehbar. Auf Dauer kann es jedoch dazu führen, dass wir uns immer weniger zutrauen und Bewegungen zunehmend als unangenehm erleben.

Sanfte, individuell angepasste Mobilisation kann helfen, Beweglichkeit und Vertrauen in Bewegung schrittweise aufzubauen.

Dabei gilt: Nicht jede Bewegung muss groß sein. Manchmal ist eine kleine, gut verträgliche Bewegung sinnvoller als intensives Dehnen.

Es geht nicht darum, den Nacken mit Kraft beweglich zu machen, sondern Bewegung wieder als möglich und kontrollierbar zu erleben.

3. Nervenentspannung: Auch Nerven brauchen Bewegungsfreiheit

Nerven verlaufen durch den Körper und müssen sich bei vielen Bewegungen gegenüber ihrem Umfeld verschieben und anpassen können.

Wenn bestimmte Bewegungen Beschwerden auslösen, kann es sinnvoll sein, auch die mechanische Empfindlichkeit und Beweglichkeit von Nerven zu untersuchen.

Sogenannte Nervenmobilisationen oder Nerve Glides sind gezielte Bewegungen, die das Zusammenspiel von Nerv und umliegendem Gewebe berücksichtigen.

Sie sind allerdings keine allgemeine Lösung für Nackenschmerzen. Welche Übung geeignet ist, hängt unter anderem von den Beschwerden und möglichen neurologischen Ursachen ab.

Deshalb sollten solche Übungen bei entsprechenden Symptomen fachkundig ausgewählt und vorsichtig dosiert werden. Kribbeln, Taubheit oder ausstrahlende Schmerzen sollten nicht einfach wegtrainiert werden.

4. Atmung: Was passiert, wenn wir ständig unter Spannung stehen?

Vielleicht kennst du das: Du sitzt konzentriert am Bildschirm, ziehst die Schultern hoch und bemerkst irgendwann, dass du kaum noch tief atmest.

Bei Stress verändert sich häufig auch unser Atemmuster. Manche Menschen atmen schneller oder nutzen verstärkt die Atemhilfsmuskulatur im oberen Brustkorb und Nacken.

Das kann bei empfindlichen Personen zur körperlichen Anspannung beitragen.

Eine ruhige, angenehme Atmung kann helfen, das eigene Anspannungsniveau wahrzunehmen und zu regulieren. Du musst dafür nicht besonders tief oder kräftig atmen. Oft ist es sinnvoller, den Atem zunächst einfach fließen zu lassen und das Ausatmen nicht zu erzwingen.

Auch hier zählt die individuelle Reaktion: Atemübungen sollten sich angenehm anfühlen und nicht zu Schwindel oder zusätzlicher Anspannung führen.

5. Der Kortex: Wie das Gehirn Schmerz verarbeitet

Der Kortex ist die äußere Schicht des Großhirns. Verschiedene Bereiche sind unter anderem an Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Bewegung und der Verarbeitung von Körperinformationen beteiligt.

Schmerz entsteht nicht einfach dadurch, dass ein Signal aus dem Nacken im Gehirn ankommt. Die Schmerzwahrnehmung entsteht durch komplexe Prozesse, an denen unterschiedliche Bereiche des Nervensystems beteiligt sind.

Aufmerksamkeit, frühere Erfahrungen, Erwartungen, Schlaf und die aktuelle Situation können beeinflussen, wie intensiv Schmerz erlebt wird.

Wenn Schmerzen lange bestehen, kann es deshalb hilfreich sein, nicht nur die körperliche Belastbarkeit, sondern auch den Umgang mit Schmerz und die eigene Bewegungszuversicht zu berücksichtigen.

Das heißt nicht, dass man Schmerzen mit positivem Denken abschalten kann. Es bedeutet, dass Schmerz ein komplexes Geschehen ist, bei dem körperliche und neuronale Prozesse zusammenspielen.

6. Das visuelle System: Wenn die Augen mit dem Nacken zusammenspielen

Unsere Augen liefern dem Gehirn wichtige Informationen über die Umgebung und Bewegung.

Gleichzeitig arbeiten Augenbewegungen, Kopfbewegungen und Gleichgewichtssystem eng zusammen. Bei vielen Alltagstätigkeiten stimmen wir Kopf und Augen aufeinander ab, ohne darüber nachzudenken.

Wenn diese Zusammenarbeit bei bestimmten Aufgaben anstrengend ist, kann das bei manchen Menschen mit Beschwerden einhergehen.

Deshalb kann es bei passenden Symptomen sinnvoll sein, das visuelle System genauer zu betrachten. Dazu gehören beispielsweise die Blickstabilität und die Koordination von Augen- und Kopfbewegungen.

Nicht jede Nackenverspannung ist allerdings ein Sehproblem. Und nicht jede Augenübung ist für jeden Menschen geeignet. Entscheidend ist, ob sich bei der Untersuchung tatsächlich Hinweise auf einen relevanten Einfluss ergeben.

7. Das Stresssystem: Welche Rolle spielt der Vagusnerv?

Stress ist nicht nur ein Gefühl. Er geht mit körperlichen Veränderungen einher: Herzschlag, Atmung, Muskelspannung und Aufmerksamkeit können sich verändern.

Das autonome Nervensystem steuert viele dieser Prozesse. Der Vagusnerv ist ein wichtiger Bestandteil davon und beteiligt sich unter anderem an der Regulation von Herz und Verdauung.

Er wird häufig im Zusammenhang mit Entspannung und Erholung genannt. Dabei ist wichtig: Der Vagusnerv ist kein einzelner Ausschalter für Stress. Die Regulation des Körpers ist komplexer und umfasst verschiedene neuronale und körperliche Systeme.

Wenn du über längere Zeit unter hoher Anspannung stehst, schlecht schläfst oder kaum Erholungsphasen hast, kann sich das auf deine Schmerzverarbeitung auswirken.

Ruhige Atmung, passende Entspannungsverfahren und ein besserer Umgang mit Belastung können hilfreiche Bausteine sein. Nicht, weil der Schmerz nur Stress wäre, sondern weil das Stresssystem und die Schmerzwahrnehmung miteinander verbunden sind.


Warum das Zusammenspiel so wichtig ist

Vielleicht hast du dich beim Lesen an mehreren Stellen wiedererkannt. Dein Nacken ist angespannt, du schläfst schlecht, Bildschirmarbeit strengt dich an und in stressigen Phasen werden die Kopfschmerzen häufiger.

Dann wäre es zu kurz gedacht, ausschließlich die Nackenmuskulatur zu behandeln.

Genauso wenig bedeutet es, dass du alle sieben Bereiche gleichzeitig trainieren musst.

Der entscheidende Schritt ist herauszufinden, welche Faktoren bei dir tatsächlich eine Rolle spielen. Manchmal steht die Beweglichkeit im Vordergrund, manchmal die Belastungssteuerung, manchmal die Verarbeitung visueller Reize oder der Umgang mit Stress.

Ein neurozentrierter Ansatz betrachtet diese Bereiche nicht isoliert, sondern im Zusammenhang. Übungen werden individuell ausgewählt, ihre Wirkung wird beobachtet und die Belastung bei Bedarf angepasst.

Denn mehr Übungen bedeuten nicht automatisch mehr Fortschritt. Und wenn Beschwerden nach einer Einheit deutlich zunehmen, ist das nicht einfach eine notwendige Erstverschlimmerung, durch die du hindurchmusst.

Manchmal liegt der nächste sinnvolle Schritt nicht darin, noch intensiver zu trainieren, sondern genauer hinzuschauen.


Du musst dich nicht mit deinen Schmerzen abfinden

Chronische Kopf- und Nackenschmerzen können viel Kraft kosten. Sie beeinflussen den Schlaf, die Konzentration, die Stimmung und oft auch die Freude an alltäglichen Dingen.

Es lohnt sich, die Beschwerden medizinisch abklären zu lassen und bei Bedarf verschiedene therapeutische Möglichkeiten miteinander zu verbinden. Ein neurozentrierter Ansatz kann dabei eine Ergänzung sein – mit dem Ziel, individuelle Einflussfaktoren besser zu verstehen und passende Strategien zu entwickeln.

Wenn du schon vieles ausprobiert hast, darfst du neue Fragen stellen.

Nicht nur: Wo tut es weh?

Sondern auch: Welche Informationen verarbeitet mein Nervensystem? Wie bewege ich mich? Wie gut erhole ich mich? Und was braucht mein Körper, damit Bewegung und Alltag wieder leichter werden können?

Denn dein Nacken ist nicht losgelöst von deinem Gehirn. Und deine Schmerzen verdienen mehr als einen einzigen Blickwinkel.


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Zusätzlich findest du mich auf Instagram: @neuro.entspannt_mit_inka


Und dann ging ich in den Raum und wusste nicht mehr warum

 


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Und dann ging ich in den Raum und wusste nicht mehr warum.

Du gehst in die Küche und weißt plötzlich nicht mehr, was du dort wolltest. Du suchst nach einem Wort, das dir eigentlich ganz geläufig ist. Du liest eine Nachricht und musst sie noch einmal lesen, weil deine Gedanken schon wieder woanders sind.

Und irgendwann fragst du dich: Was ist denn los mit mir?

Vielleicht schläfst du schlechter als früher. Bist schneller erschöpft, reizbarer oder fühlst dich manchmal wie neben dir. Vielleicht kommen Kopfschmerzen dazu oder dein Körper reagiert plötzlich empfindlicher auf Belastungen, die du früher problemlos weggesteckt hast. Und zugenommen hast du auch noch!

Willkommen in den Wechseljahren? Nicht unbedingt. Aber es könnte damit zusammenhängen.


Was passiert eigentlich in unserem Gehirn?

Die Neurowissenschaftlerin Lisa Mosconi beschäftigt sich seit Jahren mit den Auswirkungen der Wechseljahre auf das weibliche Gehirn. Ihre Forschung zeigt, dass sich in dieser Lebensphase nicht nur der Hormonhaushalt verändert. Auch der Energiestoffwechsel, die Struktur und die Vernetzung bestimmter Hirnregionen können sich verändern.

Östrogen spielt dabei eine wichtige Rolle. Es beeinflusst unter anderem Prozesse, die mit der Energieversorgung des Gehirns zusammenhängen.

Das könnte mit erklären, warum manche Frauen in den Wechseljahren plötzlich Schwierigkeiten mit Konzentration und Gedächtnis erleben oder sich geistig nicht mehr so leistungsfähig fühlen wie gewohnt.

Das bedeutet nicht, dass jede vergessene Einkaufsliste ein Hormonproblem ist. Und es bedeutet auch nicht, dass wir diese Beschwerden einfach hinnehmen müssen.

Es bedeutet vor allem: Wir sollten genauer hinschauen.


Denn es ist selten nur eine Sache

Stell dir vor, du schläfst seit Wochen schlecht. Tagsüber bist du müde, deine Kopfschmerzen nehmen zu und schon kleine Herausforderungen fühlen sich anstrengend an.

Was hilft dir jetzt am meisten? Noch mehr Disziplin? Dich zusammenreißen? Einfach weitermachen?

Wahrscheinlich nicht.

Denn unser Wohlbefinden hängt von vielen Dingen ab, die sich gegenseitig beeinflussen. Hormone, Schlaf, Stress, Schmerzempfinden, Sinnesverarbeitung und Bewegung spielen zusammen.

Schlechter Schlaf kann die Konzentration beeinträchtigen. Anspannung kann es schwerer machen, zur Ruhe zu kommen. Schmerzen beanspruchen Aufmerksamkeit. Und wenn du ohnehin erschöpft bist, kann selbst Bewegung, die dir eigentlich guttun soll, schnell zu viel werden.

Deshalb greift es oft zu kurz, nur an einer einzigen Stellschraube zu drehen.


Was kann ein neurozentrierter Ansatz beitragen?

Entscheidend ist, die verschiedenen Bereiche zusammenzudenken und herauszufinden, was individuell sinnvoll ist.

Der neurozentrierte Ansatz ersetzt dabei weder eine medizinische Abklärung noch eine gegebenenfalls notwendige Behandlung. Er kann aber helfen, den eigenen Körper besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Alltag zu entdecken.


Du musst nicht einfach funktionieren

Die Wechseljahre können sich wie eine Zeit anfühlen, in der der eigene Körper plötzlich andere Regeln aufstellt. Was gestern noch ging, ist heute anstrengend. Und manchmal fehlt einem schlicht die Erklärung dafür.

Du musst nicht jede Veränderung sofort verstehen. Aber du darfst sie ernst nehmen. Du darfst nach Antworten suchen und neue Wege ausprobieren, statt dir ständig vorzuwerfen, nicht mehr so belastbar zu sein wie früher.

Es geht nicht darum, noch mehr aus dir herauszuholen. Es geht darum, besser zu verstehen, was du gerade brauchst.

Genau deshalb wird es im nächsten Kurshalbjahr einen kompakten, erweiterten Kurs zu den Wechseljahren mit neurozentriertem Ansatz in meinem Programm geben.

Wir werden verschiedene Bereiche betrachten – von Wahrnehmung und Bewegung über Regulation bis hin zu Schlaf und Regeneration sowie Gewichtsmanagement. Mit verständlichen Erklärungen und praktischen Möglichkeiten, die sich im Alltag ausprobieren lassen.

Denn manchmal hilft es schon, zu verstehen, warum sich etwas verändert. Und manchmal beginnt genau dort ein neuer Umgang mit sich selbst.

Und falls du das nächste Mal in einen Raum gehst und nicht mehr weißt, warum du eigentlich dort bist: Sei ein bisschen freundlicher zu dir. Du bist schließlich mehr als dieser eine vergessene Gedanke.

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